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Hochschulreife:Rückgang der Studienberechtigten

Mehr Frauen als Männer erwarben im vergangenen Jahr die Hochschulreife. Insgesamt machten weniger junge Menschen das Abitur oder Fachabitur als im Vorjahr. Woran liegt das?

Circa 382 000 Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr in Deutschland die Hochschul- oder Fachhochschulreife erworben. Das waren 37 000 Studienberechtigte oder 8,9 Prozent weniger als im Jahr 2019, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden kürzlich mitteilte. Hauptgrund für den Rückgang war, dass Niedersachsen die Schulzeit bis zum Abitur an Gymnasien wieder von acht auf neun Jahre umgestellt hatte, was sich im vergangenen Jahr an vielen Schulen auswirkte. Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen allgemeinbildender Schulen ging dort um ungefähr 80 Prozent zurück.

Ohne diese besondere Entwicklung liege der Rückgang bundesweit bei minus drei Prozent und verlaufe parallel zur demografischen Entwicklung, teilen die Statistiker mit. Denn zum Stichtag Ende Dezember 2019 sank die Zahl der Personen in der relevanten Altersgruppe von 17 bis 20 Jahren um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das einzige Bundesland, in dem die Anzahl der Studienberechtigten 2020 stieg, war Bremen - mit einem Plus von 1,3 Prozent.

Von den Schulabsolventen mit Studienberechtigung waren 53,7 Prozent Frauen und 46,3 Prozent Männer. Etwa zwei Drittel (64,7 Prozent) der Schülerinnen und Schüler erwarben ihre Hoch- oder Fachhochschulreife an einer allgemeinbildenden Schule, gut ein Drittel (35,3 Prozent) an einer beruflichen Schule. Die meisten jungen Menschen erhielten die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (78,6 Prozent). Etwa ein Fünftel erlangte die Fachhochschulreife (21,4 Prozent).

© SZ vom 05.03.2021 / kna
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