Businessplan-Wettbewerb Die 100.000.000-Dollar-Idee

"Design the time" soll die Webseite heißen. Im Moment gibt es nicht mehr als eine Startseite. Aber nun gibt es ja bis zu 100 Millionen Dollar, um die Sache ins Rollen zu bringen.

Solche Großzügigkeit ist Toni nicht gewöhnt, obwohl er viel Erfahrung hat im Verhandeln mit Geldgebern. Toni will nämlich nicht nur Zeit verkaufen. Mit seinen beiden Partnern hat er eine Firma gegründet, in der sie eine Idee nach der anderen austüffteln. Inzwischen arbeiten sie parallel an mehreren Geschäftskonzepten, die teilweise schon verwirklicht sind. Wer mit Toni spricht, verliert fast den Überblick bei all diesem Ideen-Überschwang. Ein Handy-Technologie ist etwa dabei, mit der Eltern ihre Kinder überwachen können und für die er schon die TU München ins Boot geholt hat. Außerdem verlost er auf einer Webseite Stipendien für Studenten.

Aber eigentlich will Toni mal Professor werden. Sein Partner Thomas Whitfield studiert gerade Biochemie an der Uni Oxford und Richard Schreiber ist noch an der TU München eingeschrieben. Auf die Frage, wie man es schafft, gleichzeitig seine Doktorarbeit zu schreiben, an der Uni zu lehren, mehrere Geschäftsideen umzusetzen und mal schnell einen Businessplan-Wettbewerb zu gewinnen, antwortet er schlicht: "Wir arbeiten effizient."

Auslöser dieser Ideen-Produktion war die Webseite "The Million Dollar Homepage", auf der der britische Student Alex Tuw Pixel verkaufte und damit ein Vermögen verdiente. So einfach lässt sich mit einer Idee also Geld verdienen, dachten sich Karl-Heinz Toni und sein Freund Tom Whitfield, setzten sich abends bei einem Glas Wein zusammen und überlegten: Was könnte man noch verkaufen?

Die Idee, im Internet Zeit zu verkaufen, beschert auf jeden Fall Toni und seinen Freunde momentan eine sehr aufregende Zeit. "Wir fangen erst langsam an zu realisieren, was das bedeutet", sagt er. Eigentlich wollte er schon wieder in München sein. Stattdessen lebt er in London im Hotel und führt Gespräche mit seinen Investoren. Die wollen alles dafür tun, dass die Idee so schnell wie möglich umgesetzt und zu Geld gemacht wird. Schon innerhalb dieser kurzen Zeit seien sie so weit vorangekommen, dass kein anderer die Idee schneller realisieren könnte als sie, meint Toni.

Sein Leben wird sich nun auf jeden Fall ändern, sagt er. Daheim in München wissen noch gar nicht alle davon. Die bayerische Elite-Akademie, wo Toni und Whitfield gefördert wurden, ahnt noch nichts von dem Erfolg ihrer Absolventen.

Das Konzept einer Plattform, auf der die Nutzer kommunizieren und etwas beitragen können, fügt sich perfekt in die Web-2.0-Welle ein. Womöglich trifft die Idee tatsächlich den Nerv der Zeit. In einer Welt, die vom Materiellen beherrscht wird, besteht vielleicht das Bedürfnis auch ganz intime Momente, die bislang Menschen nur miteinander in Herz und Gedanken geteilt haben, zu materialisieren. Und sei es nur virtuell auf einer Webseite.