Bologna-Reform:Humboldts Idealisierung

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Dder Mittelweg als Lösung

"Der Bachelor macht dumm", konstatierte der Politikwissenschaftler Peter Grottian hingegen in der Zeit. Fachidiotie und Karrieredenken träten an die Stelle des freien Geistes. Die Kritik an Bologna führt zu einer Idealisierung des Studiums Humboldtscher Prägung. Preußens Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt schuf mit seinen Ideen das freie, selbstbestimmte Studium, das die Universitätslandschaft bis Bologna dominierte.

Arbeitgeber klagten jedoch, dass Absolventen nicht zielgerichtet ausgebildet würden. Viele Professoren loben heute, Studenten würden jetzt zum konsequenten Studieren angehalten. Der Stoff werde viel schneller vermittelt. Statt umfangreicher Examen am Ende des Studiums werde nun mit Klausuren nach jedem Semester die Studienleistung gleichmäßig und fair bewertet.

Vielleicht ist der Mittelweg die Lösung: Nach zehn Jahren Bologna soll der Bachelor in Deutschland jetzt großzügiger gestaltet werden - zum Beispiel durch die Verlängerung der Studiendauer bis zum Abschluss von jetzt zumeist sechs auf künftig acht Semester. Dann bliebe mehr Zeit zum Jobben, für Auslandssemester, zur Vertiefung des Wissens - und zum Genießen der rarer gewordenen Uni-Partys.

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