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Unnützes Google Doodle Wissen:Adalbert Czerny und das "überreizte Kind"

Google Doodle Adalbert Czerny Unnützes Google Doodle Wissen

Adalbert Czerny, Kinderarzt und Mitbegründer der modernen Kinderheilkunde, wird mit einem Google Doodle geehrt.

(Foto: Screenshot Google)

Als noch niemand von ADHS sprach, befasste sich Adalbert Czerny schon mit den Zappelphillips dieser Welt. Der Begründer der modernen Kinderheilkunde zeigte aber auch in der eigenen Familie diplomatisches Geschick. Leidtragende: die eigene Ehefrau.

Immer wieder zeigt Google auf der Startseite bunte Bilder oder Animationen - und erinnert damit an besondere Menschen oder Ereignisse. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Google-Doodle unbedingt wissen müssen. Heute: 150. Geburtstag des 1941 gestorbenen Kinderarztes Adalbert Czerny.

Das ist zu sehen:

Ein Mediziner mit akkurat gezwirbeltem Schnurrbart hält ein Stethoskop an die Brust eines Kindes und schaut auf die Uhr. Das Google Doodle zeigt Adalbert Czerny, geboren am 25. März 1863 und einer der wichtigsten Köpfe der modernen Kinderheilkunde. In der von dem Mediziner gegründeten Pädiatrieschule an der Berliner Charité wurde unter anderem zur damals noch recht hohen Säuglingssterblichkeit geforscht. Czerny fand als erster Arzt heraus, dass Babys auch sterben können, weil sie falsch ernährt wurden. Mehrere Krankheiten wurden nach ihm benannt.

Drei Dinge, die Sie wissen müssen:

  • Eine Säuglingsstation ist heute vielerorts technisch auf dem neuesten Stand. Hochmoderne Geräte, Rund-um-die-Uhr-Betreuung - schließlich soll das Neugeborene perfekt überwacht sein und später gesund das Krankenhaus verlassen. Als Adalbert Czerny 1888 an der Findelanstalt der Universitätskinderklinik Prag seinen Dienst antrat, war das noch anders. Säuglinge wurden meistens von unerfahrenen Medizinern behandelt, die Ausstattung der Krankenhäuser war miserabel - mitunter wurden Babys von den Spitälern gar nicht aufgenommen. Das Google Doodle zeigt, wie Adalbert Czerny diese Sichtweise veränderte: Auf dem Bild sitzt das Kleinkind fast in Augenhöhe zu dem Arzt.
  • Von ADHS und Zappelphilipp-Syndrom sprach zu Czernys Zeit noch niemand. Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern stellte man aber auch damals schon fest. Die Definition des Mediziners klingt jedoch eher, als mache er die Umgebung für die hyperaktiven Kleinen verantwortlich: Czerny sprach vom "überreizten Kind."
  • Meistens ist es ja so: Wer im Beruf gut mit Kindern kann, agiert beim eigenen Nachwuchs häufig nicht so geschickt. Anders bei Adalbert Czerny, der nach der Hochzeit seines Sohnes Marianus höchst diplomatisch agierte. Seiner energischen Frau erteilte er ein sechswöchiges Besuchsverbot beim Sohn und dessen Frau Octavia. Diese sollte ihren Haushalt ohne Einmischung der Schwiegermutter einrichten dürfen.

Interessant für:

Kinderärzte mit Motivationsproblemen, hypervorsichtige Mütter, Diplomaten in Ausbildung und passionierte Schnauzbartträger wie Horst Lichter

Mit diesem Satz können Sie beim Mittagessen punkten:

"Von einer paradoxen Atmung spricht man, wenn sich der Bauch beim Einatmen nicht ausdehnt sondern zusammenzieht. Tritt mitunter nach einer Rippenserienfraktur auf."