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Schutz für die Augen:Woran Sie die richtige Sonnenbrille erkennen

Sonnenbrille Sonne

Die richtige Sonnenbrille: auf den UV-Schutz kommt es an.

(Foto: dpa)

Beim Kauf einer Sonnenbrille sollte nicht nur der Geschmack entscheiden. Manche schadet mehr als sie nutzt. So finden Sie das passende Modell.

Von Andrea Bannert

Was wären Audrey Hepburn, Karl Lagerfeld oder die Blues Brothers ohne ihre Sonnenbrille? Seit den 40er Jahren sind die modischen Sichtverdunkler Kult und Accessoire. Dabei darf man aber ihre eigentliche Funktion - den Schutz vor Sonnenlicht - nicht aus den Augen verlieren. Worauf Sie beim Sonnenbrillenkauf achten sollten.

Im Idealfall erfüllt die Sonnenbrille zwei wichtige gesundheitliche Funktionen: Sie schützt das Auge vor gefährlicher UV-Strahlung und verhindert, dass wir von hellem Sonnenlicht geblendet werden.

Schutz vor UV-Strahlung

Sonnenlicht enthält eine energiereiche Strahlung: ultraviolettes Licht, kurz UV. Dieser Lichtbereich ist für uns unsichtbar, kann aber nicht nur die Haut nachhaltig schädigen, sondern auch Hornhaut und Netzhaut des menschlichen Auges.

  • Manchmal geht schon ein einziger Sonnentag im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge: Einige Stunden nach dem Aufenthalt an der frischen Luft kann sich die Überdosis an UV-Strahlung durch eine Bindehautreizung bemerkbar machen. Die Augen sind gerötet und tränen. Meist sind keine unmittelbaren Schäden zu spüren. Langfristig erhöht sich aber durch die UV-Strahlung das Risiko für die Entwicklung eines Grauen Stars (Linsentrübung) oder einer altersabhängigen Schädigung der Netzhaut (Makuladegeneration).
  • Eine gute Sonnenbrille sollte optimal vor ultravioletter Strahlung schützen. Leider lässt sich das nicht auf den ersten Blick erkennen. Denn der UV-Schutz hat nichts mit dem Tönungsgrad der Gläser zu tun. Der UV-Filter steckt im Glas - hoffentlich. Ist kein eingebauter UV-Schutz vorhanden, schadet eine Sonnenbrille mehr als sie nützt. Die Tönung unterbindet den natürlichen Schutzmechanismus unserer Augen: Mit verdunkelten Gläsern verengt sich die Pupille bei hellem Tageslicht nicht mehr. So kann ungehindert UV-Licht ins Auge dringen und Schäden verursachen.
  • Ein guter Hinweis auf einen vorhandenen UV-Filter ist das CE-Zeichen - meist zu finden auf der Bügelinnenseite. Es garantiert, dass im Hinblick auf den UV-Schutz grundlegende Sicherheitsanforderungen nach europäischen Richtlinien erfüllt sind. Manchmal gibt es zusätzlich die Bezeichnung "100 Prozent UV-Schutz" oder "UV400". Das bedeutet, dass alle Strahlen unter 400 Nanometer - also der gesamte UV-Bereich - gefiltert werden. Aber: Es gibt leider keine unabhängige Instanz, die jedes Modell mit CE-Zeichen überprüft. Es kann also auch gefälscht sein. Gerade bei billigen Kopien von Markensonnenbrillen sollte man vorsichtig sein. Ansonsten gilt: Eine teure Sonnenbrille ist hinsichtlich des UV-Schutzes nicht immer besser als eine günstige. Auch billige Modelle können ausreichend schützen. Wer beim UV-Filter auf Nummer sicher gehen möchte, kann seine Brille von einem Optiker per Messgerät überprüfen lassen.
  • Auch die Größe der Gläser und die Passform sind wichtige Kriterien für den Rundumschutz der Augen vor ultravioletter Strahlung. Denn das Licht kann auch von der Seite aufs Auge treffen. Die Brillengläser sollten also nicht zu klein sein und mindestens bis zu den Augenbrauen reichen. Außerdem muss die Sonnenbrille die Augen auch seitlich schützen, etwa durch breite Bügel oder eine gebogene Form wie bei Sportbrillen. Je näher die Brille vor den Augen sitzt, umso weniger Licht kann von der Seite ins Auge gelangen.
  • Das Kuratorium Gutes Sehen empfiehlt Sonnenbrillen mit entspiegelten Gläsern. Denn reflektierte UV-Strahlen können bis zu 50 Prozent der gesamten UV-Belastung ausmachen. Eine einfache Entspiegelung der Gläser reduziert Lichtreflexe um die Hälfte, eine so genannte Superentspiegelung sogar um 98 Prozent. Spiegelungen im Brillenglas haben einen weiteren negativen Effekt: Sie können die Augen ermüden und Kopfschmerzen auslösen.

Blendschutz: Auch die Farbe spielt eine Rolle

Braun, schwarz, grün, grau, blau, orange oder rosa - Sonnenbrillen gibt es in allen Farben und Tönungsgraden. Und hierin liegt die zweite wichtige Funktion der Sichtverdunkler: der Blendschutz. Es gibt fünf unterschiedliche Blendschutzkategorien - die Skala geht von 0 bis 4. Die jeweilige Kennziffer ist meist an der Innenseite der Bügel notiert. Welcher Blendschutz für Sie geeignet ist, hängt davon ab, wann und wo Sie die Sonnenbrille tragen möchten.

  • Kategorie 0: 80 bis 100 Prozent Lichtdurchlässigkeit, sehr heller Filter, zum Beispiel für abends
  • Kategorie 1: 43 bis 80 Prozent Lichtdurchlässigkeit, heller bis mittlerer Filter, zum Beispiel für leicht bedeckte Tage oder in der Stadt
  • Kategorie 2: 18 bis 43 Prozent Lichtdurchlässigkeit: dunkler Filter, für unsere Breitengrade empfohlener Blendschutz
  • Kategorie 3: 8 bis 18 Prozent Lichtdurchlässigkeit: sehr dunkler Filter, eignet sich für den Strand, den Ausflug in die Berge oder mit dem Boot
  • Kategorie 4: 3 bis 8 Prozent Lichtdurchlässigkeit: extrem dunkler Filter, etwa für Gletschertouren, für den Straßenverkehr zu dunkel

Falsche Farben

Manche Gläsertönungen verfälschen die Farben der Umgebung: Dann ist der Baum plötzlich nicht mehr grün, sondern blau oder gelb. Das kann im Straßenverkehr gefährlich ablenken. Am besten eignen sich deshalb braune, graue oder grüne Gläser, weil sie die Farben der Umgebung am wenigsten verändern. Bei allen anderen Gläserfarben braucht das Auge eine gewisse Reaktionszeit, um sie zu neutralisieren.

Ohne Blasen und Schlieren

Über UV-Schutz und Blendschutz hinaus sollten die Sonnenbrillengläser eine gute Qualität haben. Gute Gläser enthalten keine Schlieren und Blasen. Wenn Sie die Brille über eine gerade Linie halten, sollte diese nicht verzerrt oder gewölbt erscheinen. Brillengläser mit schlechter Qualität können die Augen auf Dauer anstrengen. Die Folge sind müde Augen und Kopfschmerzen.

© Süddeutsche.de/aba/dd/rus
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