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Wohnungsbau in Deutschland:Warnung vor Abrissen

Für den Landkreis München hat das Pestel Institut einen Bedarf von etwa 51.000 Wohnungen errechnet. Mit 45 Prozent des aktuellen Bestands beziehungsweise circa 31.300 Wohnungen hat der im Einzugsgebiet des Flughafens gelegene Landkreis Freising einen besonders hohen Wohnraum-Bedarf. Zwischen 1995 und 2007 stieg die Anzahl der Einwohner um 23.700 (knapp 17 Prozent). Im selben Zeitraum verlor der Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge elf Prozent seiner Einwohner. Neue Wohnungen sind hier laut der Studie nicht vonnöten.

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Architektouren 2007

Der Bedarf von bundesweit 400.000 Wohnungen setzt sich zur einen Hälfte aus Neubauten zusammen, die nach Einschätzung der Marktforscher insbesondere in den Wachstumsregionen Deutschlands benötigt werden, zur anderen Hälfte aus Gebäuden, die abgerissene Häuser ersetzen. Die Zahl der Wohnungen, die aufgrund mangelnder Qualität zurückgebaut werden sollten, beziffert das Pestel Institut auf circa vier Millionen. Dabei handelt es sich um ein Zehntel des Wohnungsbestands in Deutschland.

Sanierung oft zu kostspielig

Bestandsbauten aus den fünfziger bis siebziger Jahren energetisch zu modernisieren und barrierefrei zu gestalten, ist allerdings nach Ansicht von Günther meist zu aufwendig: "Für circa 1100 Euro pro Quadratmeter, die Abrisskosten eingerechnet, können Sie auf erschlossenem Grund ein Haus bauen, das genau den neuen energetischen Vorschriften entspricht. Eine Bestandsimmobilie mit altmodischen Grundrissen sanieren - das kommt oft noch teurer."

Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips warnt hingegen davor, Wohnungen übereilt abzureißen. "Der Ersatzbau darf für Einkommensschwache bezahlbare Wohnungen nicht vom Markt drängen", sagte Rips zu der Nachrichtenagentur dpa.

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) fordert mehr Unterstützung vom Staat, um die Bauaktivitäten anzukurbeln. Für das Jahr 2009 hat die Regierung im Rahmen des Konjunkturpaketes II ein Sonderprogramm für Gewerbeimmobilien verabschiedet - über die KfW-Bank soll es Bürgschaften für ausgefallene Kreditfinanzierungen geben.

Der BFW kämpft nun dafür, dass der Staat dieses Programm auf den Wohnimmobilien-Bereich erweitert. "Wenn es nicht gelingt, dem Mangel wirksam entgegenzutreten, kann es passieren, dass Menschen bald für nur mittelmäßige Immobilien viel Geld zahlen müssen oder aber erst gar keine finden", befürchtet BFW-Vorsitzender Walter Rasch.

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