bedeckt München 15°

USA: Hypothekenkredite:Bank of America muss bluten

Die Bank of America büßt für faule Kredite: Das Institut zahlt je 1,3 Milliarden Dollar an die beiden staatlichen Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Die Bank of America muss bluten: Für faule Hypothekenkredite muss die größte Bank der Vereinigten Staaten fünf Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) in den Wind schreiben. Der Hauptteil der Summe rührt aus einer Einigung mit den beiden staatlichen Baufinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac her, die große Pakete an Immobilienkrediten aufgekauft hatten und sich im Nachhinein übervorteilt fühlten. Wegen der Wirtschaftskrise können viele Hausbesitzer ihre Raten nicht zahlen. "Unsere Ziele stehen fest: Wir wollen diese Themen hinter uns lassen", sagte Bankchef Brian Moynihan.

Bank of America in Washington

Die Bank of America muss insgesamt fünf Milliarden Dollar aufgrund fauler Hypothekenkredite in den Wind schreiben.

(Foto: dpa)

Die Bank hatte sich die Probleme mit der Übernahme des einst landesweit größten Immobilienfinanzierers Countrywide im Jahr 2008 ins Haus geholt. Countrywide hatte selbst denjenigen noch Kredit gewährt, die kaum Sicherheiten hatten und sich deshalb eigentlich gar kein Haus hätten leisten können. Die Kredite bündelte Countrywide dann und verkaufte sie an Fannie Mae und Freddie Mac weiter.

Die laxe Kreditvergabe rächt sich heute. Fannie Mae und Freddie Mac mussten mit Abermilliarden Dollar vom Staat gestützt werden. Die Bank of America als einer der Geschäftspartner hat den beiden Baufinanzierern als Wiedergutmachung vor wenigen Tagen jeweils rund 1,3 Milliarden Dollar überwiesen - und damit einen lange schwelenden Rechtsstreit aus der Welt geschaffen, der wie ein Damoklesschwert über ihr hing. Die Anleger waren erleichtert: Vorbörslich sprang der Kurs der Aktie der Bank of America um rund vier Prozent hoch.

Die milliardenschweren Rückstellungen und Abschreibungen werden das Ergebnis des vierten Quartals 2010 belasten. Bereits im dritten Quartal hatte die Bank of America einen Verlust von unterm Strich 7,6 Milliarden Dollar hinnehmen müssen, wenn auch wegen des Kreditkartengeschäfts. Die Großbank gehört zu den Verlieren der Finanzkrise. Sie hatte sich nicht nur mit der Übernahme von Countrywide verhoben, sondern auch mit dem Kauf der Investmentbank Merrill Lynch - der Steuerzahler musste einspringen.