bedeckt München

Neue Abgabe in Ungarn:Deftiges Essen, deftige Steuern

Ungarns Regierung sucht nach neuen Einnahmequellen - und sagt zugleich der ungesunden Ernährung den Kampf an. Sie führt eine generelle Steuer auf Lebensmittel mit zu viel Salz, Zucker oder Fett ein. Doch das ist noch längst nicht die kurioseste Abgabe, die es gibt. Ein Überblick quer durch die Steuergeschichte

Bildern.

12 Bilder

-

Quelle: AP

1 / 12

Manche sind skurril, andere scheinbar sinnfrei und zahlen musste man sie am Ende ja doch immer: Steuern.

Viele Menschen essen gerne ungesunde Sachen. Mit zu viel Salz, zu viel Zucker oder zu viel Fett. Auch die Ungarn essen gerne deftig - doch dort wird das bald teuer. Denn die Regierung beschloss, eine generelle Steuer auf ungesunde Lebensmittel einzuführen. Produkte mit zu viel Salz, Zucker oder Fett kosten demnächst vier Cent mehr. Damit ist die Welt der kuriosen Abgaben um ein weiteres Beispiel reicher. Ein Überblick über ein paar skurrile Steuern aus der Geschichte und der Gegenwart Deutschlands.

Maß Bier

Quelle: ddp

2 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Biersteuer

Die Biersteuer kommt wie viele Steuern aus dem Mittelalter und war damals unter vielen verschiedenen Namen bekannt: Bierungeld, Bierziese, Bierpfennig, Trankgeld, Schank- oder Malzaufschlag. Auch heute werden noch Bier und bierähnliche Getränke besteuert.

Kartellamtsermittlungen gegen Kaffeekonzerne vor dem Abschluss

Quelle: ag.ddp

3 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Kaffeesteuer

Die Kaffeesteuer hat sich im 17. Jahrhundert als Zoll etabliert, als der Kaffeeverbrauch rasant anstieg. Noch heute fallen Abgaben auf löslichen Kaffee und geröstete Bohnen an. Für Letzteres sind das 2,19 Euro pro Kilogramm. Allerdings wird nicht nur der reine Kaffee besteuert, sondern auch Produkte, die Kaffee enthalten, zum Beispiel Süßwaren.

Zu Gast bei Zwangsprostitutierten

Quelle: ag.ddp

4 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Sexsteuer

Die Stadt Köln hat 2004 eine Sexsteuer eingeführt. Zahlen müssen diese die Prostituierten oder der Bordellbetrieb. Pro Arbeitstag und Prostituierte werden sechs Euro fällig. Offiziell wird die Steuer für "die gezielte Einräumung der Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen in Bars, Sauna-, FKK- und Swingerclubs oder Kraftfahrzeugen" erhoben.

Cigar Conneisseurs Gather To Smoke Handmade Cigars And Enjoy Premium Drinks

Quelle: ag.afp

5 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Branntweinsteuer

Die Bandbreite an Getränken, die unter die Branntweinsteuer fallen, ist groß. Dazu gehören unter anderem Obstbranntwein, Weinbrand aber auch Wodka, Whisky und Korn. Aber nicht nur die Getränke werden dementsprechend besteuert, sondern auch Produkte, die eine bestimmte Menge Branntwein enthalten, wie zum Beispiel Backaromen oder Kosmetika.

Jagdhornbläser

Quelle: dpa

6 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Jagd- und Fischereisteuer

Für das Fischen und Jagen werden Steuern erhoben. Damit sollen nicht waidgerechte Personen von der Jagd ferngehalten werden.

-

Quelle: ag.ap

7 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Vergnügungssteuer

Auch Spaß kostet: Abgaben werden für gewerbliche Tanzveranstaltungen,  zum Beispiel Diskotheken, fällig, genauso aber auch für Spielcasinos und Filmvorführungen im Kino.

Portwein in Porto

Quelle: ag.dpa

8 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Zwischenerzeugnissteuer

Nicht nur auf Bier, Schaumwein und Branntwein fallen Steuern an, auch was irgendwo dazwischen ist, wird besteuert. Grund dafür ist die Zwischenerzeugnissteuer. Diese fordert eine Abgabe auf alle Erzeugnisse deren Alkoholgehalt zwischen 1,2 und 22 Volumenprozent liegt und die nicht als Schaumwein oder Bier gelten. Das sind beispielsweise Sherry, Portwein und Madeira.

25th Garmisch-Partenkirchen Beard Champioships

Quelle: getty

9 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Bartsteuer

Mittlerweile wurden schon viele Steuern abgeschafft, über deren Sinn oder Unsinn sich streiten ließe. Eine davon ist die Bartsteuer, die in Teilen des 17. und 18. Jahrhunderts in Russland gefordert wurde. Eingeführt hatte diese Zar Peter der Große. Er verlangte von jedem Mann in Russland, dass er sich seinen langen Bart abschneiden ließe, weil diese damals als unmodisch galten. Wer seine Gesichtsbehaarung behalten wollte, musste zahlen.

Jahresrückblick - Fastnacht in Köln

Quelle: ag.dpa

10 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Urinsteuer

Geschäft mit dem Geschäft: Der römische Kaiser Vespasian erhob eine Abgabe auf die menschliche Notdurft. Wer ein öffentliches Klo benutzen wollte, musste etwas an das Staatssäckel abgeben. Daraus entstand die Redensart "Geld stinkt nicht".

Themendienst Tiere: Anpassungsfaehiger Allerweltsvogel

Quelle: ag.ddp

11 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Spatzensteuer

Nichts für Tierfreunde war die Spatzensteuer, die Herzog Karl Eugen von  Württemberg 1789 erließ. Weil die kleinen Vögel das Saatgut von den Feldern pickten, wurde jeder Bürger verpflichtet, zwölf lebende Spatzen zu fangen. Wer nicht lieferte, musste zahlen: Zwölf Kreuzer wurden fällig.

-

Quelle: ag.ap

12 / 12

Neue Abgabe in Ungarn:Leuchtmittelsteuer

Die Leuchtmittelsteuer wurde im Mittelalter als Abgabe auf Kerzenwachs erhoben und ging in der Barockzeit einher mit einer Luxussteuer auf Kerzen. Als sich Petroleum in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Leuchtmittel durchsetzte, wurden darauf zunächst Zölle erhoben, aus denen später die Mineralölsteuer hervor ging. Die Leuchtmittelsteuer gab es noch bis 1993. Erst dann wurde die Abgabe auf Glühbirnen und Co. abgeschafft. Und mittlerweile wurde ja sogar die Glühbirne abgeschafft

© sueddeutsche.de/stl/pak/jja
Zur SZ-Startseite