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Internetportal "Lebensmittelklarheit":"Erlaubt", "geändert", "getäuscht"

Das Internetportal, das vom VZBV und der Verbraucherzentrale Hessen betrieben und von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner finanziell unterstützt wird, ist in drei Bereiche gegliedert: einen Informationsteil, der über rechtliche Grundlagen der Kennzeichnung informiert. Einen Forenbereich, in dem Verbraucher Fragen an Experten stellen können. Und schließlich den Produktbereich, wo Verbraucher Produkte melden können, bei denen sie sich getäuscht fühlen. Die Verbraucherschützer prüfen den Vorwurf und bitten den Hersteller um Stellungnahme. Anschließend bewerten sie den Fall und ordnen das Produkt einer von drei Kategorien zu: getäuscht, geändert oder erlaubt.

Die bereits erwähnte Hirsch-Salami etwa steht unter "erlaubt". Unter "geändert" werden solche Produkte eingestellt, bei denen der Hersteller auf die Beschwerde reagiert und beispielsweise die Verpackung anpasst. Unter "getäuscht" dagegen stehen Produkte von Herstellern, die die Kritik für unberechtigt halten. Derzeit befinden sich 170 Produkte in der Kategorie "getäuscht", 81 bei "geändert" und 35 bei "erlaubt".

Während die Lebensmittelwirtschaft das Portal von Anbeginn an kritisiert und von einem "Pranger" gesprochen hatte, haben die Verbraucher es längst angenommen. Das zeigt schon allein die Zahl der Zugriffe, die im Oktober 2012 beispielsweise bei 75.000 lag. Für Verbraucherschutzministerin Aigner steht fest: "Das Internetportal war von Beginn an ein großer Erfolg." Deswegen wolle sie es auch weiter fördern. Der Antrag wird derzeit im Ministerium geprüft. Ende Januar soll die Entscheidung fallen.

Nach Ansicht von VZBV-Vorstand Billen müssen jedoch nicht nur die Inhaltsstoffe von Wurst besser gekennzeichnet werden, sondern auch die Art der Fleischerzeugung müsse transparent werden. "Wer Qualität will, muss Qualität finden", sagte er. "Verbraucher müssen Fleisch aus artgerechter Haltung auf einen Blick erkennen können." Das neue Tierschutzlabel, das an diesem Mittwoch in die Supermärkte kommt, sei zwar "ein Gewinn und ein Fortschritt". Besser aber wäre "ein europaweit verbindliches Siegel". Dafür solle die Bundesregierung sich einsetzen.