Ex-Bundespräsident berät G-20:Ein neuer Job für Köhler

Die Finanzwelt hat ihn zurück: Horst Köhler, seit fünf Monaten Bundespräsident a.D. Er berät die G-20-Staaten bei der Reform der internationalen Währungsordnung.

Knapp ein halbes Jahr nach seinem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten zeichnet sich für Horst Köhler eine neue Aufgabe ab. Er solle Mitglied eines hochkarätigen Expertengremiums mit Vertretern der internationalen Politik- und Finanzwelt werden, das Konzepte für eine Reform des Weltwährungssystems ausarbeite, berichtet die Wochenzeitung Die Zeit unter Berufung auf Finanzkreise vorab.

Horst Koehler

Währungen statt Bürger: Horst Köhler arbeitet an der Reform des Weltwährungssystems.

(Foto: Archivbild ap)

Die Einrichtung des Gremiums ist Teil der Pläne Frankreichs für eine Reform der internationalen Währungsordnung im Rahmen der G-20. Frankreich übernimmt 2011 die Präsidentschaft in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer.

Köhler stand vor seinem Wechsel ins höchste deutsche Staatsamt im Jahr 2004 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Am vergangenen Wochenende war er bereits zur Jahrestagung von IWF und Weltbank nach Washington gereist.

Außerdem soll dem Zeit-Bericht zufolge Jens Weidmann, Wirtschaftsberater der Bundeskanzlerin, eine Arbeitsgruppe innerhalb der G-20 leiten. Diese soll sich mit den Themen Wechselkurse, Devisenreserven und Kapitalverkehrskontrollen befassen und dazu Vorschläge erarbeiten.

Ein heikles Thema, denn in die Bundesbank gibt es nach den Zeit-Informationen Widerstand: Die Frankfurter wehrten sich gegen eine Fixierung der Wechselkurse und Zielzonen für die großen Währungen. Höchsten vorübergehend dürfte der Devisenmarkt so reglementiert werden.

© sueddeutsche.de/hgn/mel
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