Durchsuchungen Börsenguru Frick im Visier der Ermittler

Besuch von der Staatsanwaltschaft: Der Aktientipp-Geber und Ex-Moderator einer Fernseh-Börsenshow bei N24, Markus Frick, gerät wegen seiner dubiosen Aktien-Empfehlungen weiter unter Druck.

Von Thomas Öchsner

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anfang Oktober insgesamt zwölf verschiedene Geschäfts- und Privaträume des früheren Bäckermeisters durchsuchen lassen. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch der Süddeutschen Zeitung.

Es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte "in strafbarer Art und Weise Börsenkurse manipuliert haben könnte", sagte der Sprecher weiter.

Frick war im Juni 2007 in die Kritik geraten, weil drei von ihm empfohlene Rohstoffwerte - Russoil, Star Energy und Stargold Mines - massiv an Wert verloren. Alle drei Firmen sind amerikanische Unternehmen, bei denen es sich ursprünglich um mehr oder weniger wertlose Börsenmäntel handelte, also Firmen ohne operatives Geschäft.

Der Sprecher der Ermittlungsbehörden sagte dazu, die Staatsanwaltschaft gehe dem Verdacht nach, dass Frick parallel zu seinen Empfehlungen von Unternehmen ohne Vermögenswert "die Papiere selbst in größerem Umfang verkauft haben soll".

Papiere per Mail empfohlen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte zuvor den Fall Frick mehrere Monate untersucht und geprüft, ob hier eine Marktmanipulation vorliegt. "Unsere Erkenntnisse haben wir der Staatsanwaltschaft weitergegeben", sagte eine Sprecherin der Bafin, ohne Details zu nennen. Frick, der sich selbst "Deutschlands Stimme des Geldes" nennt und dessen Börsenseminare bereits mehr als 250.000 Menschen besucht haben, hatte die drei Aktien in seiner kostenpflichtigen E-Mail-Hotline empfohlen.

Anleger dürften mit den drei Aktien im Sommer in wenigen Tagen einen dreistelligen Millionenbetrag verloren haben. Frick selbst hatte den Vorwurf, sich mit den Aktien bereichert zu haben, stets zurückgewiesen.

Er habe die Papiere empfohlen, weil er auf Grund öffentlich zugänglicher Quellen die Aktien für attraktive Werte gehalten habe. Er bedauere sehr, wenn Anleger mit seinen Tipps Verluste gemacht hätten. Gegen Frick werden inzwischen auch Schadensersatzklagen vorbereitet.