Berufsunfähigkeits-Versicherungen Wenn der Job zur Qual wird

Wer wegen Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, sollte gut versichert sein. Finanztest zeigt, welche Versicherungen sich lohnen.

Fast jeder zweite Berufsunfähigkeitstarif plus Risikolebensversicherung bietet im aktuellen Test "sehr guten" Schutz. Doch viele Interessenten erhalten gar keine oder nur schlechte Verträge. Finanztest nennt empfehlenswerte Tarife und sagt, wie Sie den bestmöglichen Schutz erhalten.

Wenn Arbeitnehmer ihren Beruf aufgrund von Krankheit nicht mehr ausüben können, springt die Versicherung ein.

(Foto: Foto: istock)

Die Testsieger

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Policen für alle - egal ob Arbeitnehmer, Freiberufler oder Hausfrau. Wer etwa aufgrund einer Krankheit nicht mehr arbeiten kann, erhält aus ihr eine Rente bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit. Finanztest hat 82 Angebote für Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen mit Risikolebensversicherung untersucht. Die Zusatzversicherung ist vor allem in Kombination mit einer Risikolebensversicherung zu empfehlen.

Die Verbindung mit einer Kapitallebensversicherung ist dagegen teuer und lohnt in der Regel nicht, da die Berufsunfähigkeitsrente oft zu niedrig ausfällt. Am besten schneiden die Aachen-Münchener und Generali ab sowie bestimmte Tarife der Hannoversche Leben, Huk24 und Huk-Coburg. Die Testsieger plus 34 weitere "sehr gute" Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen sind im Testkompass enthalten.

Versicherungsbedingungen entscheidend

Der Versicherte soll im Ernstfall schnell seine Rente erhalten. Deshalb geben vor allem die Versicherungsbedingungen den Ausschlag für das Qualitätsurteil. Ein sehr guter Berufsunfähigkeitsschutz zeichnet sich aus durch:

Verzicht auf abstrakte Verweisung

Der Versicherer verzichtet - altersunabhängig - bei Berufsunfähigkeit darauf, den Kunden auf einen anderen Beruf zu verweisen. Der Kunde erhält auch dann seine Rente, wenn er gesundheitlich noch in einem gleichwertigen Beruf arbeiten könnte.

Kurze Prognose

Der Versicherer erkennt die Berufsunfähigkeit an, wenn ein Arzt sie für voraussichtlich sechs Monate prognostiziert.

Rückwirkende Zahlungen

Der Versicherer zahlt rückwirkend, wenn die Berufsunfähigkeit zunächst unklar war, aber ein Arzt sie nach sechs Monaten weiter attestiert. Meldet der Versicherte die Berufsunfähigkeit verspätet, zahlt der Versicherer sogar bis zu drei Jahren rückwirkend.

Nachversicherungsgarantie

Der Versicherte kann den Schutz nachträglich ohne erneute Gesundheitsprüfung in vorgegebenen Grenzen erweitern. Gründe dafür gibt es reichlich, etwa weil sich die Familiensituation verändert oder das Einkommen verbessert hat.

Weitere wichtige Kriterien sind etwa die Eindeutigkeit der Gesundheitsfragen im Antrag oder mögliche Einschränkungen für bestimmte Berufe. Viele Unternehmen verweigern Angehörigen bestimmter Berufe Verträge ganz oder gewähren ihnen keine Vertragslaufzeiten bis 65 oder 67 Jahren.

Den Ernstfall absichern

Der Kunde sollte wissen, welchen Berufsunfähigkeitsschutz er möchte und Versicherungsangebote genau prüfen. Unbedingt stimmen muss die Höhe der vereinbarten Rente. Das aktuelle Nettoeinkommen ist der Maßstab. Der Kunde sollte aus der Berufsunfähigkeitsrente auch eine zusätzliche Altersvorsorge bezahlen können. Wem der Beitrag für die Police vorerst zu hoch ist, der kann zumindest für eine zunächst kleinere Rente eine Nachversicherungsgarantie vereinbaren. Eine Vertragslaufzeit bis 67 Jahre ist optimal. Kürzere Laufzeiten sind billiger. Endet der Vertrag jedoch zu früh, klafft im Ernstfall eine große finanzielle Lücke. Ebenfalls wichtig: Der Vertrag sollte möglichst keine Leistungsausschlüsse aufgrund einer Gesundheitsstörung enthalten.

Wie Antragsteller bei der Suche nach dem bestmöglichen Schutz vorgehen, erfahren sie in den Tipps.