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Finanzen kompakt:Stresstest - nur eine Mogelpackung?

Europas Banken haben womöglich die Zahlen im Stresstest geschönt. Sie würden damit das Vertrauen in die Testergebnisse untergraben. Außerdem: Die Ermittlungen gegen "Deutschlands dümmste Bank" wurden eingestellt.

Die europäischen Banken haben im Rahmen des Stresstests die möglichen Belastungen durch den Ausfall staatlicher Kreditnehmer womöglich nicht richtig dargestellt. Dies behauptet das Wall Street Journal, dass die Angaben der Banken beispielsweise für Staatsschulden im Stresstest mit Zahlen verglichen hat, die Banken in anderen Veröffentlichungen gemacht haben.

Frankfurt am Main erwacht

Womöglich haben europäische Banken im Stresstest ihr Engagement in besonders risikobehaftete Produkte geschönt.

(Foto: ag.dpa)

In einigen Fällen seien etwa bestimmte Anleihen gar nicht in die Berechnungen einbezogen worden und oft hätten Banken Geschäfte miteinander verrechnet. Aber kaum eine Bank noch die Regulatoren hätten die notwendigen Hinweise dazu geliefert.

Bei Instituten wie der britischen Barclays Bank oder der französischen Crédit Agricole sei das Engagement in Staatsanleihen auf diese Weise erheblich niedriger angesetzt worden.

Die Analyseergebnisse stellen damit ein wichtiges Ziel der Stresstests in Frage. Diese sollten Anlegern und Bankern weltweit die Zuverlässigkeit des europäischen Finanzsystems belegen. Vertreter mehrerer Banken gaben dem Bericht zufolge an, sie hätten sich lediglich an die Vorgaben des unabhängigen Ausschusses der europäischen Bankenaufseher CEBS gehalten.

Eine Sprecherin des CEBS habe keine Stellung nehmen wollen. Beim Stresstest mussten 91 Banken in Europa unter anderem offenlegen, wie viele Anleihen europäischer Staaten sie halten. Stichtag für die Zahlen war der 31. März. Zu der Zeit waren die Sorgen um das Engagement von Banken in Anleihen verschuldeter Staaten und die Zuverlässigkeit des europäischen Finanzsystems groß.