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Australien:Ein Fünf-Dollar-Schein wie Clownkotze

New Australian 5 dollar banknote

Der neue australische Fünf-Dollar-Schein sorgt im Internet für Spott - und bei Vogelkundlern für Empörung

(Foto: dpa)

Die neue australische Fünf-Dollar-Note sorgt im Internet für Spott - und bei Vogelkundlern für Empörung.

Man ist gewohnt, dass Queen Elizabeth II. auf den Porträts von Geldscheinen etwas mürrisch dreinschaut. Auf der neuen Fünf-Dollar-Note Australiens wirke ihr Gesichtsausdruck nun geradezu verzweifelt, finden viele. "Sie sieht aus, als würde sie überlegen, wie sie von dieser Banknote wieder herunterkommt", schreibt ein Internetnutzer auf Twitter.

Um das Konterfei der Königin herum geht es nämlich quietschbunt zu: Der Hintergrund in blasslila-magenta umrahmt das strenge schwarz-weiß-Gesicht, ein pastellblauer Balken mit knallgelben Blumen und einem regenbogenfarbenen Vogel trennt die Queen-Hälfte des Geldscheins vom offiziellen Teil mit den Unterschriften des australischen Notenbankchefs und des Finanzministers. Auf einem Feld in schmuckem Orange-Lila, als wäre der Schein noch nicht bunt genug gewesen.

Über das farbenfrohe Zahlungsmittel wird heftig gespottet: "Wie viele Meetings waren nötig, um diese Gräueltat auszusuchen?", will ein Twitter-Nutzer wissen. "Das sieht aus, als hätte ein Kind darübergemalt", schreibt eine Nutzerin. Ein anderer Nutzer versucht sich gar an Kunstkritik: "Die neue australische Fünf-Dollar-Note zeigt den Eintritt der Notenbank-Designer in ihre 'Clownkotze'-Phase."

Sogar Vogelkundler sind empört

Der Chef der australischen Zentralbank, Glenn Stevens, verteidigt die Gestaltung. "Die Designs sind das Ergebnis eines Prozesses der ausgiebigen Konsultation mit Experten und der Bargeld nutzenden Industrie", sagt Stevens. Auch für die unpassend wirkenden Vögel und Blumen hat er eine Erklärung: Künftig solle jeder neue Geldschein Elemente der heimischen Flora und Fauna zeigen.

Doch das Ergebnis irritiert selbst Vogelkundler. Der auf der Banknote abgebildete Vogel aus der Familie der Honigfresser sei "farblich total daneben", sagt Dan Weller von der Vogelschutzorganisation Birdlife Australia. Die einzigen Farben, die korrekt dargestellt würden, seien Schwarz und Weiß.

Für eine Änderung ist es wohl zu spät. Die neuen Scheine sind bereits in Produktion, ab 1. September 2016 sollen sie in Umlauf kommen. Dann aber immerhin fälschungssicher, wie ein besonders optimistischer Twitter-Nutzer anmerkt. Denn "nicht einmal ein Gauner würde derartigen Mist kopieren".

mit Material der AFP

© SZ.de/hgn/feko
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