Video-Sprechstunde Google schickt den Arzt

  • Google testet einen Dienst, bei dem Nutzer per Internet direkt mit Ärzten reden können. Der Digitalkonzern will sie so davon abhalten, sich selbst zu diagnostizieren.
  • Damit könnte das Unternehmen gegen die sogenannte Cyberchondrie vorgehen.

Google schickt einen Arzt zum Gespräch - per Videochat

Als "Jasonahoule", ein Nutzer der Onlineplattform Reddit, in die Suchmaske eingab, dass er Knieschmerzen habe, lieferte Google ihm nicht nur Ergebnisse, sondern auch eine kleine Info-Box mit dem bemerkenswerten Zusatz: "Sprechen Sie jetzt mit einem Arzt." Gemeint nicht als Aufforderung, sondern als Angebot. Ein Arzt könne per Knopfdruck für einen Videochat dazugeschaltet werden.

Die Sprechstunde soll Teil von "Google Helpouts" werden

Google hat den Dienst mittlerweile bestätigt, wie die Technik-Seite Engadget berichtet. Geplant sei ein Service im Stil von Google Helpouts, jenem Dienst, den Google bereits seit einem Jahr anbietet und bei dem Experten per Videochat Tipps geben. Helpouts hat momentan acht Kategorien. Wer sich in Sachen "gesundes Essen" beraten lassen will, muss aktuell 15 Dollar pro Stunde zahlen. Wie der Ärzte-Dienst konkret funktionieren wird, ist noch unklar. Dem Screenshot des Reddit-Nutzers zufolge ist die Beratung während der Testphase kostenlos.

Google geht gegen Cyberchondrie vor

Sollte der Dienst künftig als eigene Kategorie auftauchen, wäre das ein Schritt gegen Cyberchondrie. Das ist die Online-Variante der Hypochondrie, bei der Menschen im Internet ihre Symptome eingeben, um herauszufinden, woran sie erkrankt sein könnten - und sich selbst diagnostizieren. Laut einer Studie kann diese Suche bei einigen Menschen dazu führen, dass sich die Angstzustände verschlimmern. Ob ein solcher Dienst in Deutschland zulässig wäre, ist fraglich: Laut der Berufsordnung ist es Ärzten untersagt, eine Behandlung "ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien" durchzuführen.