Unternehmerin Claudia Langer Die grüne Utopie

Damit aus dem Nichtort eine belebte Site wird, tummeln sich die sogenannten Utopisten in der Community. Die Mitglieder bewerten Autos, Kleidung, Putzmittel nach dem Motto "Kauf Gutes und rede darüber". Zu den 55 Utopisten der ersten Stunde gehören beispielsweise Promis wie der Schauspieler Axel Milberg und die Moderatorin Sandra Maischberger, eine Jugendfreundin von Claudia Langer. Maischberger versucht sich, wie auf der Seite in einem Videofilm zu sehen ist, am Kauf einer Ökowindel.

Utopia.de: die neue Heimat für kaufkräftige Ökos.

(Foto: Screenshot: sueddeutsche.de)

Zurzeit muss der kaufkräftige Öko noch in den Laden gehen, um die bei Utopia vorgestellten und bewerteten Produkte zu kaufen, ab Anfang des Jahres, kann der Lazy-Environmentalist (so der Website-Name eines amerikanischen Bruders im Geiste) auf der Seite auch gleich shoppen.

Stiftung als Überbau

Claudia Langer erklärt die Philosophie von Utopia so: "Ich will das Beste, bequem, mit Spaß - aber mit gutem Gewissen." Dass die Idee ankommt, habe sie an der großen Unterstützung der Unternehmen aus der grünen Branche bemerkt: "Hier gibt es eine große Solidarität und keinen Wettbewerb untereinander." Zum Netzwerk der ersten Stunde gehören beispielsweise der Verkehrsclub Deutschland sowie Bio-Unternehmer Karl Schweisfurth und seine Hermannsdorfer Landwerkstätten.

Im Moment finanziert Claudia Langer Utopia aus eigenen Mitteln, dafür hat sie eigens das Unternehmen Utopia Social Enterprises gegründet. Doch bei allem sozialen Unternehmertum: Die Firma Utopia muss irgendwann Gewinn machen - onlineüblich durch Werbung; vom ersten Tag an rattert das Zählpixel.

Nicht jeder Werbekunde ist bei Utopia willkommen: "Wir sind kein Greenwashing-Portal", erklärt Claudia Langer. "Wir haben eine Whitelist, die festlegt, welche Unternehmen überhaupt bei uns werben dürfen. Glaubwürdigkeit geht vor schneller Refinanzierung."

Für den philisophischen Überbau von Utopia sorgt eine eigens ins Leben gerufene Stiftung. Neben den Prominenten Milberg und Maischberger sitzen auch Wissenschaftler und Professoren im Kuratorium.