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Online-Fotoagenturen:Bitte recht freundlich

Knipsen für den Festplatten-Friedhof war einmal. Ambitionierte Hobbyfotografen können ihre Urlaubsimpressionen über Online-Bildagenturen gewinnbringend vermarkten.

Der Urlaub ist vorbei, die Fotos bleiben. Hunderte oder sogar tausende Bilder von sonnigen Stränden in Spanien, spielenden Kindern in Thailand oder der Rast vor der Berghütte in der Schweiz schlummern auf den Festplatten von Hobbyknipsern.

Erdmännchen werden bei Online-Foto-Börsen kaum eine Chance haben - ambitionierte Hobbyfotografen können sich im Netz aber durchaus etwas dazu verdienen.

(Foto: Foto: dpa)

Bestenfalls hängen sie im Großformat an Wohnzimmerwänden. Mit Hilfe des Internets könnten sie aber auch Werbeflyer schmücken, Artikel bebildern oder auf Webseiten landen - und ihren Schöpfern den einen oder anderen Groschen einbringen. Möglich machen das Online-Agenturen wie Fotolia, Istockphoto und Polylooks. Panthermedia, Dreamstime und Shutterstock sind weitere Anbieter.

Fehlerlose Fotos

"Ganz nebenbei lassen sich so ein paar Euro verdienen - über Nacht und ohne groß etwas dafür zu tun", sagt Norbert Weber von der Deutschen Telekom, die Polylooks betreibt. Die Voraussetzungen sind relativ gering. "Jeder kann bei uns Bilder einstellen", sagt Murat Erimel von Fotolia. "Entscheidend ist nicht der Name des Fotografen, sondern die Qualität und der Marktwert des einzelnen Bildes."

Das heißt: Fotos, die mindestens vier bis sechs Megapixel groß sind, keine Fehler wie Bildrauschen haben und keine Rechte verletzen, sind zugelassen. "Wenn Sie Fotos einreichen, auf denen Menschen oder Markenlogos abgebildet sind, brauchen sie die Einverständniserklärung der Personen oder Eigentümer", sagt Erimel. Auch manches markante Gebäude ist geschützt, der Pariser Eiffelturm bei Nacht zum Beispiel.

Ungeprüft kommt allerdings bei kaum einer Online-Agentur ein Foto in den Verkauf. Istockphoto zum Beispiel beschäftigt rund 100 Qualitätsprüfer. "Von den Bildern, die täglich hochgeladen werden, werden nur etwa 50 Prozent angenommen", sagt Sven Ole Schubert von der Agentur. Damit wollen die Unternehmen sicherstellen, dass die Kunden wirklich nur sehr gute Fotos angeboten bekommen.

Ein gutes Taschengeld

Sind die Kriterien erfüllt und die Fotos zum Verkauf freigegeben, wird es für die Hobbyknipser spannend: Wird das Bild gekauft - und wenn ja: wie oft und in welcher Größe? Denn danach bemisst sich der Verdienst. Ein Foto kostet einen bis mehrere Hundert Euro. Je nach Agentur bekommen die Anbieter 20 bis 60 Prozent des Verkaufspreises.

Wer seine Fotos exklusiv bei nur einer Agentur anbietet, erhält meist die höchste Beteiligung. "Schon ein paar Verkäufe im Jahr können ein gutes Taschengeld nebenbei bringen", sagt Norbert Weber von Polylooks. Bei der Telekom-Agentur könnten 20 Urlaubsbilder, die je dreimal verkauft werden, bis zu 500 Euro bringen, rechnet er vor.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Profi-Fotografen die Laienkonkurrenz nicht fürchten.

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