Musikplayer Pono:Es gibt zwei Kritikpunkte

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Der Erfolg gibt Young auf den ersten Blick recht, denn ganz offensichtlich gibt es die Nachfrage. Doch der Pono-Player wird auch kritisiert.

Der Player, der eine dreieckige Form hat, kann natürlich in die Hand genommen und vom Wohnzimmer ins Auto mitgenommen werden. Rein formal ist der Pono also "tragbar". Aber ein Blick auf das Smartphone zeigt: Die meisten Geräte sind flach. Das sind sie vor allem deswegen, weil es dem Alltag der Menschen entspricht, die Musik "on the go" hören, also unterwegs in der Bahn oder im Bus. Flache Geräte kann man sich in die Hosen- oder Jackentaschen stecken. Bei einem Dreieck dürfte das schwieriger sein.

Außerdem ist das MP3-Format nicht so schlecht, wie Young sagt. Jonathan Sterne ist Professor an der McGill-Universität in Montreal und hat ein Buch über das Dateiformat geschrieben. Er kommt zu dem Ergebnis, dass MP3-Dateien ihren Zweck bestens erfüllen: "Es ist für Gelegenheitshörer, die ihre Musik auf Zugfahrten über Kopfhörer anhören oder über die kleinen Lautsprecher am Desktop." MP3 ist für ihn mehr als ein bloßes Zerkleinern der Dateigröße. "MP3 basiert auf einem Modell, wie das menschliche Gehör arbeitet. Es ist also eine Maschine, die so gebaut ist, wie die Hörer Musik wahrnehmen." Die Datei sei so komprimiert, dass genau das herausgefiltert werde, was das menschliche Gehirn ohnehin nicht höre (hier ein Aufsatz Sterns als PDF).

Hinzu kommt das Streaming. Mittlerweile nutzen sechs Millionen Menschen Spotify. Sie laden ihre Musik auf Abruf direkt aus dem Netz. Wie viel Speicherplatz der Nutzer hat, ist dabei egal - wichtig ist nur eine gute Internetverbindung. Pono wird vorerst kein Streaming anbieten. Da gebe es aktuell zu viele Probleme.

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