Auf der Konferenz wurden Netbooks für diesen Sommer angekündigt, auf denen Googles eigenes Betriebssystem Chrome OS läuft. Nicht zufällig steht Googles eigener Browser Chrome Pate, denn die Idee hinter dem Chromebook: Alles geschieht online.

Darauf ist auch die Hardware ausgelegt. Es gibt keine große Festplatte, das Gerät ist klein und leicht, bietet Anbindung an WLAN und UMTS und hat eine lange Akkulaufzeit. Alle Programme laufen im Chrome-Browser, alle Daten werden auf den Servern, also wieder in der Internet-Wolke, gespeichert. In Googles Zukunft braucht man keine teure Hardware mehr zu Hause, die alle paar Jahre veraltet ist, ein kleines Gerät, das Zugang zum Netz bietet, reicht aus.

Die Programme kommen wie schon bei Smartphones als Apps in den Browser. Keine komplizierte Installation von Treibern soll nötig sein, die Apps aktualisieren sich automatisch. Wenn der Laptop kaputt geht, sind alle Daten in der Cloud gesichert, so kann man am neuen Gerät einfach da weiterarbeiten, wo man vorher unterbrochen wurde.

Damit vertraut man Google allerdings viel an. Was ist, wenn die Cloud mal nicht erreichbar ist, wie kürzlich bei Amazon oder wenn Daten verloren gehen? So verlor Google selbst im Februar plötzlich die Daten von knapp hunderttausend Mail-Konten, einige davon für immer. Google verspricht bei Chrome OS Datensicherheit, aber hundertprozentige Sicherheit gibt es wohl nicht.

Google will mit diesem Konzept vor allem bei Unternehmen und an Universitäten erfolgreich sein, da es eine günstige und einfache Art der Vernetzung ohne komplizierte Technik verspricht. Dieses Konzept funktioniert aber nur für weniger anspruchsvolle Arbeitsvorgänge. Aufwändiger Videoschnitt oder komplizierte Fotobearbeitung ist damit nicht möglich, wie Google einräumt.

Bild: REUTERS 12. Mai 2011, 18:142011-05-12 18:14:13 © sueddeutsche.de/luko/joku