Laptop-Updates Apple präsentiert neue Modelle des Macbook Pro

  • Apple hat in Cupertino drei neue Modelle des Macbook Pro vorgestellt.
  • Die größte Neuerung: Ein Touchscreen-Streifen, der die Funktiontasten der Tastatur ersetzt.
  • Der neue Thunderbolt-Anschluss macht eine ganze Reihe von Adaptern notwendig.
  • Erstmals deutet sich an, dass Apple das Macbook Air auslaufen lassen wird.
Von Johannes Kuhn, New Orleans

Der Mac war einmal Apples Vorzeigeprodukt, inzwischen ist er eine Randnotiz: Nur noch zehn Prozent seines Umsatzes macht der Digitalkonzern mit dem Verkauf seiner klassischen Computer. Die Verkaufszahlen fielen im vergangenen Quartal im Vorjahrsvergleich um 14 Prozent.

Das liegt auch an der stiefmütterlichen Behandlung der Macbook-Reihe: Das letzte Neudesign des Macbook Pro wurde 2012 vorgestellt, das 2010 konzipierte gegenwärtige Macbook Air erhielt zuletzt nur ein Prozessor-Update, aber weiterhin keinen Retina-Bildschirm. Am Donnerstag hatte der Konzern deshalb nach Cupertino geladen, um neue Laptop-Modelle vorzustellen. Der Überblick:

Zwei neue Macbook Pro mit Vollausstattung: Die beiden Laptops mit Bildschirmgrößen von 13 und 15 Zoll kommen in Silbergrau und Dunkelgrau. Beide sind natürlich dünner (14,9 und 15,5 Millimeter) und etwa ein halbes Pfund leichter (1,26 und 1,81 Kilogramm) als die Vorgänger-Varianten. Der Prozessor des 15-Zoll-Modells ist ein Intel i7-Kern (Quadcore mit 2,6 Gigahertz), der des 13-Zoll-Modells hat den deutlich langsameren Intel Iris mit Dual-Core i5-Prozessor mit 2,9 Gigahertz und bescheidene acht Gigabyte RAM. Die Batterie soll jeweils zehn Stunden halten.

Touchscreen-Streifen statt Tastatur-Reihe

Ein OLED-Streifen ("Touch Bar") über der Tastatur ersetzt die Funktionstasten. Die Idee dahinter ist es, eine Software-Tastatur zu simulieren und so die Kurzbefehle überflüssig zu machen: Die Funktionen ändern sich je nach Programm, das aufgerufen wurde. In Safari lassen sich so zum Beispiel Lesezeichen anzeigen, beim Tippen zeigt es Auto-Vervollständigungen von Wörtern an, in Fotos lässt sich horizontal durch die Bilder scrollen. Der Fingerabdruck-Scanner - bei vielen Windows-Laptops bereits Standard - soll Funktionen wie Abdruck-Login oder Apple Pay, inzwischen auch für Safari freigegeben, ermöglichen.

Alle vier Anschlüsse sind Thunderbolt 3, der Standard in Form eines USB-C-Ports. Damit wandern Lade-, Monitor- und Datenübertragungs-Anschluss in ein einziges Format, entsprechend sind Adapter für bereits vorhandene Ausrüstung nötig (nicht einmal das neue iPhone 7 lässt sich direkt anschließen). Keinen Platz mehr finden künftig: Der Leser für SD-Karten und das schnell entfernbare Schnapp-Netzteil Magsafe, das einige Stolper-Unfälle und Computer-Stürze verhinderte. Anders als beim iPhone bleibt Apple beim klassischen Kopfhörer-Anschluss.

In groß und auf Leinwand: ein neues MacBook Pro

(Foto: Bloomberg)

Die Preise für die Geräte haben es durchaus in sich: In der 13-Zoll-Variante kostet das Macbook Pro 1999 Euro, die 15-Zoll-Version 2699 Euro.

Der Anfang vom Ende des Macbook Air

Als Alternative zum Macbook Air wird es eine dritte Version des neuen Macbook Pro in der 13-Zoll-Variante geben, die ohne die "Touch Bar", mit schwächerem Prozessor (2,0 GHz Dual-Core Intel Core i5, acht Gigabyte RAM) und zwei statt vier Thunderbolt-Anschlüssen ausgeliefert wird. "Es hat das gleiche Gewicht, ist aber dünner und kleiner", warb Marketing-Chef Phil Schiller. Und mit 1699 Euro auch teurer als die gängigen Macbook-Air-Modelle. Dass Apple sich von seiner "Air"-Reihe verabschieden wird und sich auf die Macbook Pros konzentriert, ist abzusehen.

Microsoft Microsoft wildert in Apples Revier Video

Surface Studio

Microsoft wildert in Apples Revier

Die nächste Windows-Version wird dreidimensional, doch Star der Präsentation ist der Surface Studio. Der All-in-One-PC ähnelt Apples iMac, kann aber deutlich mehr.   Von Simon Hurtz