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Digitale Technik im Auto:Sicherheitsrisiko Touchscreen

Day Two Of The Geneva Motor Show 2014

Apples CarPlay System hat auf dem Auto-Salon Genf sogar Einzug in den Ferrari FF gehalten

(Foto: Bloomberg)

Touchscreens sind überall, auch im Auto verdrängen sie zunehmend Knöpfe und Schalter. Dadurch ist viel mehr möglich - doch die Alleskönner-Oberflächen haben ein großes Problem: Der Fahrer muss hinschauen.

Wer heute auf dem Fahrersitz eines Autos platznimmt, sitzt zunehmend in einer Multimediazentrale. Immer mehr Funktionen und Einstellmöglichkeiten stehen zur Verfügung. Die jüngst bekanntgegebene Kooperation von Apple und mehreren Autobauern ist ein deutliches Zeichen dafür, dass auch weitere Anwendungen aus der Unterhaltungselektronik in die Fahrzeuge Einzug halten werden.

Jahrelang bauten die Autofirmen immer mehr Knöpfe ein, Mittelkonsolen sahen aus wie Flugzeug-Cockpits. Diese Tasten und Schalter werden nun durch Touchpads ersetzt, in denen durch ein Menü navigiert werden kann. Was für Designer und Hersteller neue Möglichkeiten bietet, könnte jedoch ein Sicherheitsrisiko darstellen, wie verschiedene Experten meinen. Ist die Aufmerksamkeit durch die vielen Multimedia-Möglichkeiten ohnehin schon strapaziert, so wird nun durch die Touchpads auch noch der Tastsinn zurückgedrängt. Glatte Oberflächen, wie wir sie von Smartphones oder Tablets kennen, verhindern die Orientierung durch den Tastsinn. Der Mensch muss hinschauen.

Sind Touchscreens gut für die Sicherheit?

"Carplay von Apple und andere Multimedia-Systeme entsprechen dem Trend zur Vernetzung. Die Akzeptanz bei den Nutzern dafür ist sicherlich sehr hoch", sagt Christian Hatzfeld, der an der Technischen Universität Darmstadt das Tasten erforscht. "Es stellt sich die Frage, ob Touchscreens im Auto gut für die Sicherheit sind. Studien zeigen, dass mit haptischer Rückmeldung weniger Fehler gemacht werden. Sie sind intuitiver und schneller zu bedienen."

Wenn Touchscreens in Autos integriert würden, so müsse die Vielzahl an Informationen sinnvoll kanalisiert werden. Der Fahrer muss ohne Ablenkung Einstellungen vornehmen können. Wenn aber auf der glatten Oberfläche nicht zu ertasten ist, ob der Fahrer eine neue Route eingibt oder einen Anruf tätigen will, könnte das zum Problem werden.

"Der Gewinn an Komfort ist überwiegend"

Apply CarPlay in der Mercedes C-Klasse

Carplay von Apple bei Mercedes: Nicht nur die Bedienung erinnert an das iPad.

(Foto: STG)

Bei den Herstellern sieht man das anders. "Wir sind davon überzeugt, dass die Touchpads eine gefahrlose und schnelle Bedienung ermöglichen", erklärt Daimler-Pressesprecher Steffen Schierholz und betont die neuen Möglichkeiten. Daimlers System lässt sich über einen Drehknopf in der Mittelkonsole bedienen. Außerdem wird dort stark auf die Sprachsteuerung gesetzt. "Der Gewinn an Komfort ist überwiegend." Außerdem seien die Touchpads durchaus intuitiv zu bedienen und würden verschiedene Sinne ansprechen. "Die Fehlertoleranz der Systeme ist sehr gut. Schriftzeicheneingaben werden akustisch wiederholt. So ist es nicht nötig, ständig Augenkontakt zum Display zu halten."

Den Herstellern scheint bei den immer umfangreicheren Wünschen der Kunden kaum etwas anderes übrig geblieben zu sein, als Touchscreens zu integrieren. Noch mehr Knöpfe wäre kaum möglich gewesen. "Durch den Einbau eines Touchpads in der Mittelkonsole haben wir die Anzahl der Knöpfe im Auto erheblich reduziert", sagt Schierholz. "Die wichtigsten Menüs sind aber immer noch durch einen Knopfdruck zu erreichen."

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