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Betrug beim Online-Dating:500.000 Betrugsfälle

In Großbritannien wurden Whittys Studie zufolge bereits 500.000 Menschen einmal Opfer eines solchen Betrugs, für Deutschland gibt es keine verlässlichen Statistiken. Weil die Heiratsschwindler häufig in Ländern wie Nigeria und Ghana sitzen, können die Hintermänner nur selten dingfest gemacht werden.

Seriöse Plattformen wie Parship nehmen für sich in Anspruch, dass die Zahl der Betrugsfälle verglichen mit den problemlosen Kontakten "im Promillebereich" liegt. Der Anbieter sensibilisiert seine Mitglieder und überprüft die Profile per Hand. "Hundertprozentige Sicherheit können wir jedoch nicht bieten", sagt Parship-Sprecherin Schlicht.

Online-Liebesbetrug ist nicht nur ein Problem der Dating-Seiten: Auf kostenlosen Portalen wie Facebook oder auch in Chaträumen versuchen digitale Strolche ihr Glück, weil sie hier keine Mitgliedsbeiträge zahlen müssen. "Wenn eine fremde Person 'Ich interessiere mich für dich' schreibt, ist Vorsicht geboten", warnt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Weit verbreitet ist der Versuch, in Chat-Konversationen Nutzer auf kostenpflichtige Sex-Portale oder Websites mit Schadsoftware zu locken, oder sie zum Anruf einer teuren 0900er-Nummer zu drängen.

Eine andere Online-Liebesfalle erhält zwar mediale Aufmerksamkeit, ist aber hierzulande eher rar: Sogenannte Loverboys, also Männer, die junge Frauen im Internet kontaktieren und eine Beziehung mit ihnen beginnen, um sie dann in die Prostitution zu zwingen. "Umfassende Erfahrungen" gebe es nicht, heißt es bei Solwodi, einer Hilfsorganisation für Opfer von Zwangsprostitution. Auch das BKA spricht nur von "einigen wenigen bekannten Fällen".

© SZ vom 27.08.2011/mri
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