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Uni Göttingen:Umstrittener Präsidenten-Kandidat sagt ab

zje123 Sascha Spoun ist seit 2006 Präsident der Leuphana Universität Lüneburg und trat als Deutschla

Kommt nun doch nicht nach Göttingen: Hochschulmanager Sascha Spoun.

(Foto: Hubert Jelinek/imago images)

Er war schon zum neuen Uni-Chef gewählt, doch Dutzende Professoren protestierten. Nun hat Sascha Spoun abgesagt. Seine Begründung wirft kein gutes Licht auf die Uni Göttingen.

Er kommt nun doch nicht: Nach der Kritik an seiner Wahl zum neuen Präsidenten der Universität Göttingen bleibt Sascha Spoun an seiner bisherigen Wirkungsstätte in Lüneburg. Er stehe für das Amt an der Göttinger Georg-August-Universität nicht mehr zur Verfügung, teilte die Leuphana Universität Lüneburg am Mittwoch mit. Spoun bleibe somit Präsident der Leuphana, wo der 50-Jährige zu Jahresbeginn für eine dritte Amtszeit bis 2028 wiedergewählt worden war.

Gegen die Wahl des Wirtschaftswissenschaftlers in Göttingen hatte es großen Widerstand aus der dortigen Professorenschaft gegeben. Zudem zogen zwei unterlegene Bewerber vor Gericht. Das sorgte nun offenbar für den Rückzug Spouns: Vor Gericht hätte die Universität die Wahl nämlich wohl lückenlos dokumentieren müssen - was sie offenbar nicht kann .

"Mit großem Erstaunen habe ich jetzt zur Kenntnis nehmen müssen, dass es offenbar formale Fehler bei der Dokumentation einzelner Auswahlschritte gegeben haben soll und daher erhebliche Zweifel an der Rechtskonformität des Wahlverfahrens bestehen", sagte Spoun nun laut Mitteilung. Angesichts dessen könne und wolle er für das Amt nicht zur Verfügung stehen.

Spoun wünschte der Uni Göttingen zudem, "zügig einen Ausweg aus der für die Universität schwierigen Situation zu finden". Er selbst werde sich "mit aller Kraft und Kreativität" für die Leuphana einsetzen.

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