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Schulkantinen:Was Schüler essen sollen

Während die Regierung von Donald Trump die Vorschriften für Schulessen lockern will, wie das US-Landwirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, werden die Regeln für Schülermahlzeiten in Berlin bald strenger. Freilich zum Guten, wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag ankündigte, soll heißen: gesünder, fairer, biologischer. Vom nächsten Schuljahr an sollen Grundschulkinder - für sie ist das Schulessen in Berlin kostenlos - mehr Bio und mehr fair Gehandeltes auf den Teller bekommen. Das gilt zunächst für Kartoffeln, Nudeln, Reis und Bananen; von 2021 an sollen weitere Lebensmittel aus ökologischem Anbau hinzukommen und Früchte sowie Milch und Milchprodukte sämtlich in Bio-Qualität sein. Der Bio-Anteil steige von derzeit 15 Prozent ab Sommer 2020 auf 30 und im Schuljahr darauf auf 50 Prozent, sagte Scheeres: "Das ist deutschlandweit Spitze." Und dafür greift Berlin in die Kasse, allein in diesem Jahr verteuern die Bio-Zutaten das Schulessen um 3,7 Millionen Euro.

Auch in den USA sollen Schulkinder gesund essen, beteuert das Landwirtschaftsministerium, aber man will sie aus Speisekarten auswählen lassen - um Essensmüll zu reduzieren, wie es heißt. Die Ankündigung schlug hohe Wellen, zumal sie mit dem Geburtstag von Michelle Obama, 56, zusammenfiel. Die frühere First Lady hatte eine Reform angestrengt, damit Schüler täglich Obst und Gemüse sowie mehr Vollkornwaren und fettreduzierte Milchprodukte essen. Kritikern zufolge ist es nicht der erste Versuch der Trump-Regierung, die Reform zu verwässern: Die Pläne führten dazu, dass Kinder künftig zwischen Pizza, Burger und Pommes auswählten, so die Kritik.

© SZ vom 20.01.2020 / SZ/DPA
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