Computerkompetenz von Achtklässlern:Welche Nationen schneiden besser ab?

Im Vergleich haben Schüler aus Tschechien am besten abgeschnitten. Sie erreichten in der Gesamtwertung 553 Punkte, kanadische Schüler erreichten 547 Punkte, auf dem dritten Platz liegen Australien und Dänemark mit jeweils 542 Punkten. Darauf folgen Polen und Norwegen mit 537 Punkten, Korea mit 536 Punkten und die Niederlande mit 535 Punkten. Deutschland liegt demnach auf dem siebten Platz. In absteigender Reihenfolge folgen darauf Kroatien, Slowenien, Litauen, Chile, Argentinien, Thailand und die Türkei.

Wie beurteilen die Lehrer in Deutschland den Einsatz neuer Medien?

Insgesamt zeigen sich die deutschen Lehrer gegenüber dem Einsatz von Computertechnologien im Unterricht aufgeschlossen und bewerten ihn positiv. Bedenken haben sie trotzdem: 76 Prozent befürchten, dass der Computereinsatz zum Kopieren von Quellen animiere. In keinem anderen untersuchten Land äußerten Lehrkräfte diese Sorge häufiger. Dazu gaben 34 Prozent der Lehrer an, dass sie der Einsatz mit neuen Medien im Unterricht vor organisatorische Probleme stelle. Fast ein Drittel (30 Prozent) von ihnen ist außerdem der Meinung, Computer in den Schulen würden vom Lernen ablenken.

Welche Kompetenzen hat die Studie untersucht?

Die Wissenschaftler der IEA (International Association for the Evaluation of Educational Achievement), einem internationalen Verbund von Bildungsforschungsinstituten, entwickelten für die Studie ein Kompetenzstufenmodell. Es vergleicht:

  • die Kompetenz der Schüler, sich anhand der vorhandenden Technologien Informationen zu beschaffen;
  • die Fähigkeit, die recherchierten Informationen hinsichtlich ihrer Nützlichkeit zu bewerten;
  • die Fähigkeit, mithilfe der Computertechnologien, Informationen zu verarbeiten und neue zu erzeugen;
  • das Können der Achtklässler, Informationen anhand der computergestützten Möglichkeiten zu verbreiten;
  • den verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit den aktuellen Computer- und Informationstechniken.

Rahmenbedingungen der Studie

Bei der bundesweit repräsentativen Stichprobe wurden im Jahr 2013 insgesamt 2225 Schülerinnen und Schülern der achten Jahrgangsstufe und 1386 Lehrpersonen, die in der achten Jahrgangsstufe unterrichten, untersucht. Sie wurden aus 142 Schulen in Deutschland repräsentativ ausgewählt. Weltweit haben 21 Bildungssysteme - davon zwölf in Europa - an der Studie ICILS ("International Computer and Information Literacy Study") teilgenommen.

Wer steht hinter der ICILS-Bildungsvergleichsstudie?

Durchgeführt wurde die repräsentative Untersuchung von Wissenschaftlern, die sich unter dem Dach der IEA zusammengeschlossen haben. Gefördert wurde die deutsche Teilnahme vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. In Deutschland wird die Erhebung durch ein wissenschaftliches Konsortium durchgeführt, das von den Universitätsprofessoren Wilfried Bos (Institut für Schulentwicklungsforschung, TU Dortmund), und Birgit Eickelmann (Universität Paderborn) geleitet wird.

© Süddeutsche.de/kjan/rus
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