bedeckt München 11°
vgwortpixel

Bildungsbericht 2012:20 Prozent Bildungsverlierer

Schwache Leser ohne Schulabschluss: In Deutschland gehören 20 Prozent der Jugendlichen zu den Bildungsverlierern. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren des Bildungsberichts 2012. Trotzdem hat sich in der Ausbildung von Kindern einiges verbessert.

In Deutschland gibt es trotz Fortschritten im Bildungssystem noch immer zahlreiche Bildungsverlierer. Einer großen Gruppe Jugendlicher gelinge noch immer nicht der direkte Übergang in die Berufsausbildung, kritisieren Wissenschaftler in ihrem Bericht Bildung in Deutschland 2012.

Zentrale Aufgabe ist laut Experten die Sprachförderung von Kindern, die Deutsch als Zweitsprache erlernen.

(Foto: FFB)

Trotz positiver Entwicklungen gibt es einen harten Kern von bis zu 20 Prozent Bildungsverlierern unter den Jugendlichen: Jeder fünfte Schüler ist ein schwacher Leser und kann Texte nicht ausreichend verstehen.

In diesem Zusammenhang warnen die Experten vor einem möglichen Mangel an qualifiziertem Personal für die Kleinkindbetreuung. Die Qualität frühkindlicher Bildung müsse im Blick bleiben. Zentrale Aufgabe sei die Sprachförderung von Kindern, die Deutsch als Zweitsprache erlernen. Etwa ein Viertel der Drei- bis unter Siebenjährigen sei als sprachförderbedürftig einzustufen.

Die Forscher bescheinigen dem Bildungssystem aber zugleich deutliche Verbesserungen. "Der Bericht belegt viele positive Entwicklungen im deutschen Bildungswesen", erklärte der Sprecher der für den Bericht verantwortlichen Wissenschaftlergruppe. Es gibt inzwischen vier Prozent mehr Abiturienten im Vergleich zu 2006: Das heißt, die Hälfte der Jugendlichen erreicht heute die Hochschulreife. Die Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss ist zwischen 2008 und 2012 um knapp ein Prozent erneut gesunken. Als positiv werteten die Experten auch, dass der Besuch einer Kindertageseinrichtung ab einem Alter von drei Jahren inzwischen zur Regel gehöre.

Kita-Ausbau geht zu langsam

Bund, Länder und Kommunen müssen ihre Bemühungen um den Kita-Ausbau aber deutlich erhöhen. Nur dann können sie den Rechtsanspruch auf eine Betreuung für Kinder, die jünger als drei Jahre sind, von August 2013 an sicherstellen.

Die Beteiligten müssten ihre Anstrengungen im Vergleich zu den Vorjahren "massiv steigern", mahnen die Bildungsexperten. Das gelte insbesondere für den Westen Deutschlands. Mit insgesamt 750.000 Plätzen soll es 2013 für ein Drittel der Kinder einen Krippenplatz geben. Laut Bildungsbericht lag die Bildungs- und Betreuungsquote im vergangenen Jahr bei 25 Prozent, nachdem sie 2006 nur 14 Prozent betragen hatte.

Angesichts der Probleme beim Krippenausbau zweifeln die Experten am Betreuungsgeld, das diejenigen Eltern erhalten sollen, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen. Im Bericht heißt es dazu: "Da die Finanzierung des noch ausstehenden U3-Ausbaus - zuzüglich der notwendigen qualitativen Verbesserungen - alle Beteiligten vor erhebliche Herausforderungen stellt, besteht die Gefahr, durch zusätzliche Leistungen wie dem Betreuungsgeld keines der intendierten Ziele zufriedenstellend realisieren zu können." Dieser Punkt aus dem Bildungsbericht war bereits bekanntgeworden und hatte für Diskussionen gesorgt.

© AFP/dpa/dapd/str/mkoh
Zur SZ-Startseite