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Alte Schule:Götz Schubert

Pressebild Schauspieler Götz Schubert zu SZ Fragebogen, Hochschulseite

Götz Schubert, geboren 1963 in Pirna, arbeite nach dem Abitur zunächst als Beleuchter am Theater und studierte anschließend an der Berliner Schauspielschule Ernst Busch. Seit vielen Jahren ist er aus zahlreichen Rollen in Theater, Fernsehen und Kino bekannt. Im Dezember ist er in zwei neuen Folgen der ARD-Krimireihe „Wolfsland“ zu sehen und am 23. November, ebenfalls im Ersten, als Professor Sperling in „Gott von Ferdinand von Schirach“.

(Foto: Roman Goebel)

Subversiver Klassenkasper irgendwo zwischen Erich Honecker und Heinz Erhardt: Der Schauspieler berichtet im SZ-Fragebogen über seine Schulzeit.

Erste Reihe oder letzte Bank?

Das war mir eigentlich egal. Hauptsache, ich musste nicht alleine sitzen.

Influencer oder Follower?

Ich habe als Klassenkasper eine Art subversives Entertainment betrieben.

Mein Hobby in der Pause?

Rauchen, wenn keine Aufsicht in der Nähe war. Knutschen, wenn es der momentane Beziehungsstatus hergab.

Meine größte Stunde?

Ich hatte mir für eine lustige Dankesrede beim Abiball einen Doktorhut aufgesetzt mit den Worten: "Ich komme gerade aus Japan." Riesenlacher. Wenige Tage zuvor war Erich Honecker in Japan die Doktorwürde verliehen worden.

Das würde ich gern vergessen:

Sie wollte nichts von mir wissen, anstatt das zu akzeptieren, habe ich in einem wirklich dummen Brief meinen Frust abgelassen.

Ein Denkmal gebührt ...

... meinem Klassenlehrer auf der EOS Rolf Reichel. Er hat uns integer und loyal durch gesellschaftspolitisch schwierige Zeiten gebracht und uns beispielsweise nie spüren lassen, welchem Druck die Pädagogen selbst von staatlicher Seite ausgesetzt waren.

Lernen ist ...

Ich hoffe, dass ich nie aufhöre etwas zu lernen, in der Schule, im Leben und überhaupt.

Noten sind ...

... eine Hilfskonstruktion, die man nicht zu ernst nehmen sollte. Ein Richtwert, aber kein Urteil.

Schule müsste ...

Permanent erleben wir gesellschaftliche Veränderungen, ständig gibt es neue Erkenntnisse, verlagern sich Schwerpunkte. Schule sollte in der Lage sein, darauf zu reagieren, sie sollte lebendig bleiben. Mehr Eigenverantwortung für Pädagogen, weniger Planerfüllung.

Entschuldigen muss ich mich bei ...

... Frau Lange. Ich habe gelogen. Der Vierzeiler im Poesiealbum war nicht von mir, sondern von Heinz Erhardt.

Entschuldigen muss sich bei mir ...

... Steffen. Die Ohrfeige kam aus dem Nichts. Ich weiß bis heute nicht wofür. Ich dachte, wir wären Freunde.

Zur Schule haben alle was zu sagen. Waren ja alle da. Deshalb gibt es jede Woche "Alte Schule".

© SZ vom 23.11.2020
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