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Alte Schule:Claudia Roth

Claudia Roth, 1955 in Ulm als Tochter eines Zahnarzts und einer Lehrerin geboren, studierte Theaterwissenschaften und arbeitete als Managerin der Band "Ton Steine Scherben", ehe sie in die Politik wechselte. Zehn Jahre lang war sie Parteichefin der Grünen, seit 2013 ist sie Vizepräsidentin des Bundestages.

(Foto: J. Konrad Schmidt)

Vorkämpferin für faire Brezelpreise, verfolgt von einem peinlichen Fehler in der Latein-Übersetzung: die Grünen-Politikerin im Fragebogen.

Erste Reihe oder letzte Bank?

Vorletzte, als Brückenbauerin von ganz hinten in Richtung vorn.

Influencer oder Follower?

Never follower, ever. Aber Klassensprecherin.

Mein Hobby in der Pause?

Hausaufgaben. Und der Kampf für faire Brezelpreise. Wir haben damals lautstark eingefordert, dass sich die alle leisten können sollten.

Meine größte Stunde?

Procol Harum live auf Abi-Reise in Paris. Und stolz bin ich auf meine Eins in Mathe in der 12. Klasse. In der 11. hätte ich beinahe noch wegen Mathe doppeln müssen.

Das würde ich gern vergessen:

In Latein habe ich mal "vires me deficiunt" mit "mir fehlen die Männer" statt "die Kräfte verlassen mich" übersetzt. Ein peinlicher Moment.

Ein Denkmal gebührt ...

... meinem Französischlehrer. Er hat mir nicht nur die Sprache beigebracht, sondern mein Interesse für Land und Kultur geweckt. Das wirkt bis heute nach.

Lernen ist ...

... im besten Falle: Neugier auf mehr.

Noten sind ...

... bei Weitem nicht alles.

Schule müsste ...

... über Grenzen hinwegdenken, auch Schülerinnen und Schüler als Lehrpersonal verstehen und die Bedeutung von Respekt, Engagement, Vielfalt vermitteln.

Entschuldigen muss ich mich bei ...

... meinem gepiesackten Erdkundelehrer. War nicht persönlich gemeint!

Entschuldigen muss sich bei mir ...

... eigentlich niemand. Höchstens mein Deutschlehrer. Das war eindeutig mehr als eine Zwei im Abi!

Zur Schule hat jeder was zu sagen. War ja jeder da. Deshalb gibt es hier jede Woche die "Alte Schule".