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Sebastian Frankenberger:Fremdenführer mit Perücke

Ob als Fremdenführer mit gepuderter Perücke oder als erfolgreicher Aktivist, Frankenberger spielt ein Spiel. "Ich versuche stets herauszufinden, was die Menschen von mir wollen, was sie brauchen", sagt er. Das gilt auch im Umgang mit den Medien. Spricht er im Internetfernsehen zu jungem Publikum, klingt seine Stimme anders als in der Bayernchronik auf Bayern 2. "Ich bin halt einfach der kleine Schelm, dem das Spaß macht", sagt er. Manchmal macht ihm sein Spiel mit den Menschen selbst Angst: "Ich hoffe, dass ich nie mein Ziel aus den Augen verliere, meine Fähigkeiten für etwas Positives einzusetzen."

Er glaubt "an das Göttliche im Menschen" und daran, dass Menschen die Welt zum Besseren verändern können. Ist er von seiner Sache überzeugt, gibt er alles. In den Wochen des Volksbegehrens schaffte er es vor Erschöpfung nicht mehr in seine Wohnung und schlief ein Stockwerk darunter auf der Treppe ein. Sein ganzes angespartes Geld hat er in das Volksbegehren zum Nichtraucherschutz gesteckt. "Ich hab' jetzt nichts mehr", sagt er, "aber meine Mutter unterstützt mich total."

Im Dezember hatte Frankenberger einen ersten Erfolg. Am Abend des 3.Dezember 2009 brüllte er mit heiserer Stimme: "Wir haben soeben die Millionengrenze geknackt, unser Volksbegehren ist das erfolgreichste, das je in Bayern gestartet wurde."

Frankenberger arbeitet an sich. Und er hat noch viel vor - vor allem mit seiner Partei ÖDP. "Ich zähle zu denen, die diese Partei weiterbringen können", sagt er ohne Anflug von Bescheidenheit. Einen wichtigen Förderer hat er in Bernhard Suttner gefunden, dem bayerischen ÖDP-Landesvorsitzenden.

Frankenberger denkt gar nicht daran, wieder in die zweite Reihe zurückzutreten - egal, wie dieser Volksentscheid ausgeht. "Ich will etwas bewegen", sagt er. Ob in Passau, Rom oder irgendwo. Er hat gute Chancen.