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Schweinfurt/Erlangen:Unwetter ziehen durch Franken

Anhaltende Trockenheit wird dadurch jedoch nicht gelindert

Schwere Unwetter haben am Dienstagabend vor allem in Nordbayern Bäume umstürzen und Keller volllaufen lassen. Schwerpunkte waren die Regionen Schweinfurt und Erlangen, teilten Polizei und Feuerwehren am Mittwoch mit. Im Landkreis Schweinfurt verzeichneten die Feuerwehren am Dienstagabend innerhalb von anderthalb Stunden 135 Notrufe, wie die Integrierte Leitstelle Schweinfurt mitteilte. Ausgerückt sei die Feuerwehr im Landkreis unwetterbedingt dann 90 Mal. Alleine in der Ortschaft Röthlein (Landkreis Schweinfurt) hatte die Feuerwehr 58 Einsätze. In den meisten Fällen handelte es sich den Angaben zufolge um vollgelaufene Keller.

Auch in Mittelfranken regnete es vom Nachmittag an stark. Die Schäden hielten sich allerdings in Grenzen, wie die Polizei mitteilte. In der Einsatzzentrale seien 77 Notrufe eingegangen, die meisten von ihnen aus dem Landkreis Erlangen. Oft handelte es sich um überflutete Straßen und vollgelaufene Keller, eine Stromleitung riss nach Angaben der Feuerwehr ab.

In der Oberpfalz blieb es etwas ruhiger: Auch dort zogen am späten Nachmittag und abends Gewitter mit starken Regenfällen durch, in der Oberpfälzer Einsatzzentrale seien innerhalb von zwei Stunden 16 unwetterbedingte Einsätze registriert worden. Meistens handelte es sich um überschwemmte Straßen, überflutete Unterführungen und vollgelaufene Keller.

An der anhaltenden Trockenheit vor allem in Franken ändern solche Unwetter nichts. Den Winzern in den Weinbergen rund um die Würzburger Region macht sie zu schaffen. Auf manchen Feldern sei der Boden verkrustet, das Wasser fließe wie von Beton von der Oberfläche weg, sagte Artur Steinmann, der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes. "Wir haben das dritte Trockenjahr in Folge und sehen mittlerweile die ersten Schäden." Steinmann spricht von einem "dramatischen Zustand". Unter der Trockenheit leiden auch die Parkanlagen. "Das Totholz in den Baumkronen hat extrem zugenommen. Das ist teilweise erschreckend", sagte Jost Albert von der Bayerischen Schlösserverwaltung in einem Interview. Vor allem in großen Anlagen gestalte sich eine flächendeckende Bewässerung oft schwierig. Die Hitze begünstige zudem das Ausbreiten von Krankheiten, Schädlingen oder Pilzen an Bäumen. "Höchste Waldbrandgefahr", wie ein Sprecher der Regierung betonte, besteht weiterhin in Unterfranken. Ebenso eine sehr hohe Waldbrandgefahr in Mittelfranken. In beiden Regionen werden bis Donnerstag daher Beobachtungsflugzeuge über den Wäldern kreisen.

© SZ vom 13.08.2020 / dpa
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