Riekofen Pfarrer soll in die Psychiatrie

Laut einem Gutachten ist der Pfarrer von Riekofen, dem vorgeworfen wird, Kinder missbrauch zu haben, nur vermindert schuldfähig - die Wiederholungsgefahr sei ohne Therapie besonders hoch.

Von Katja Auer

Der des sexuellen Missbrauchs angeklagte frühere Pfarrer von Riekofen ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nur vermindert schuldfähig. Das habe ein psychiatrisches Gutachten ergeben, wie das Oberlandesgericht Nürnberg am Donnerstag mitteilte.

Die Pfarrkirche von Riekofen bei Regensburg

(Foto: Foto: dpa)

Zudem gehe von dem 40-jährigen Geistlichen ohne Therapie eine erhebliche Wiederholungsgefahr aus. Der Pfarrer soll deshalb im Falle einer Verurteilung in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden, wo er derzeit schon behandelt wird.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, einen Ministranten 22 Mal sexuell missbraucht zu haben. Anfang 2004 soll sich der vorbestrafte Priester erstmals an dem damals Elfjährigen vergangen haben.

Der Mann war schon im Jahr 2000 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er als Kaplan in Viechtach zwei neun und zwölf Jahre alte Brüder an den Geschlechtsteilen berührt hatte. Trotzdem wurde er vom Bistum Regensburg schon ein Jahr später wieder als Seelsorger eingesetzt.