Mord an der A 9:Hohe Haftstrafen für fünf Männer

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A9, Gerichtsurteil

Fünf Männer sind am Dienstag vom Landgericht Dessau-Roßlau zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.

(Foto: dpa)

Unfassbares Verbrechen: Ein Münchner will zu seinen Eltern nach Hamburg fahren. An einem Parkplatz an der Autobahn 9 wird er gefesselt, in einen Wald verschleppt und totgeschlagen. Jetzt wurden die Täter verurteilt.

Im Januar 2012 fährt ein 39-jähriger Informatiker aus München mit einem Kleintransporter nach Hamburg, um ein paar Dinge bei seinen Eltern unterzustellen. Er will für längere Zeit nach Asien. Als er an einem Autobahnparkplatz in Sachsen-Anhalt Halt macht, wird er von mehreren Männer entführt und umgebracht.

Anderthalb Jahre hat das Landgericht Dessau-Roßlau gegen fünf Angeklagte wegen Mordes aus Habgier verhandelt. Nun wurde das Urteil verkündet. Die fünf Männer bekamen hohe Haftstrafen, das Gericht sprach alle Angeklagten schuldig - unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge. Der Haupttäter wurde zu zwölf Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

Das Opfer wurde totgeprügelt

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft und langjährige Haftstrafen für die Männer im Alter von heute 22 bis 35 Jahren gefordert. Die Verteidigung plädierte auf weniger lange Haftstrafen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Laut Anklage überwältigten die Männer den 39-Jährigen am Abend des 9. Januar 2012 an der A 9 auf dem Parkplatz "Rosselquelle", als er von der Toilette kam. Dann fesselten sie ihn, verschleppten ihn in einen Wald und prügelten ihn tot. Den Ermittlern zufolge waren sie auf die Geldkarten ihres Opfers samt Geheimzahl aus. Die Leiche wurde erst Tage später in dem unwegsamen Gelände entdeckt.

Den Angaben zufolge kauften die Angeklagten mit den Karten des Münchners für 4000 Euro unter anderem Schuhe und Getränke. Auf die Spur der Angeklagten kamen die Ermittler durch die Überwachungsbilder von Bankautomaten und aufgrund eines ähnlichen Falls aus Brandenburg. Das dortige Opfer hatte die Tat überlebt. Die Angeklagten waren dem Gerichtssprecher zufolge in Litauen und in Deutschland schon mehrfach strafrechtlich aufgefallen. Die Eltern und zwei Brüder des Mannes waren in dem Dessauer Prozess Nebenkläger.

Eine Reportage von Karin Steinberger zu dem Mordfall lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Süddeutschen Zeitung oder auf dem iPad.

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