Kiew/München Bayern will Partner der Ukraine sein

Bayern und die Ukraine wollen ihre Beziehungen deutlich intensivieren. Die Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Wladimir Groisman vereinbarten am Donnerstag in Kiew eine engere Zusammenarbeit. Seehofer lud Groisman zudem nach München ein. "Wir haben ganz, ganz großes Interesse, dass sich die Beziehung zu einer echten Partnerschaft entwickelt", sagte Seehofer. Ein gutes Zeitfenster für den Besuch in München wäre der Herbst oder der Winter. Groisman begrüßte die Einladung: "Die Ukraine hat sich eindeutig zur europäischen Familie bekannt", sagte er und warnte zugleich die EU, die Handelssanktionen gegenüber Russland aufzuweichen oder gar zu beenden. Aber für die Krise in der Ost-Ukraine sei einzig Russlands Präsident Wladimir Putin verantwortlich. Seehofer erklärte, er könne die Aussagen Groismans gut verstehen. Wie bei seinem Besuch bei Putin im März werde er sich aber nicht an den gegenseitigen Schuldzuweisungen beteiligen. Am Abend wollte sich Seehofer auch mit Präsident Petro Poroschenko und Kiews Oberbürgermeister Vitali Klitschko treffen. Hauptgesprächspunkt sollte die Krise in der Ost-Ukraine sein. Seit 2014 sind dort 10 000 Menschen getötet worden. Im Osten der Ex-Sowjetrepublik kämpfen Regierungstruppen seit drei Jahren gegen prorussische Separatisten, die mit verdeckter Militärhilfe aus Russland agieren.