Katholische Universität Eichstätt Kollegiengebäude werden für 22 Millionen saniert

Kardinal Marx hatte zuletzt beim Dies Academicus mehr Geld versprochen, konkrete Zahlen kann Präsidentin Gien aber nicht nennen. Fest steht, dass die bayerische Bischofskonferenz in die Forschung investieren will. Die KU ist eher für gute Lehre bekannt. Gien wünscht sich unter anderem eine Anschubfinanzierung, um sieben vorliegende Forschungsprojekte zu unterstützen, damit die Wissenschaftler sich um Drittmittel bewerben können. Konkrete Veränderungen wird die 22 Millionen Euro teure Sanierung der Kollegiengebäude bringen, die Freistaat und Bischofskonferenz finanzieren. Ende 2015 könnten die Bauarbeiten beginnen und bis zu vier Jahre dauern. Der geplante Umbau der Fakultäten soll erst 2015 umgesetzt werden.

Zum Trubel der Vergangenheit sagte Gien wenig, das Präsidium möchte sich nicht länger damit befassen. Die Stimmung an der Hochschule sei friedlich, der Wille zur konstruktiven Zusammenarbeit groß. Woran es in der Vergangenheit hakte, werde gerade analysiert. Kommunikation hat Gien schon als Manko ausgemacht: "Ein Teil der Misere der Vergangenheit war, dass man Erwartungen antizipiert hat, statt sich auszutauschen." Mit Jours Fixes und regelmäßigen runden Tischen will sie dem entgegenwirken.

Mehr Präsenz von Weihbischof Losinger gewünscht

Vom künftigen hauptamtlichen Vorsitzenden des Stiftungsrates, dem Augsburger Weihbischof Anton Losinger, wünscht Gien sich mehr Präsenz und Engagement in Eichstätt. Marx kümmerte sich nebenbei um die KU, musste aber einsehen, dass das nicht ausreicht. Nicht nur aus Kirchenkreisen hört man, dass zuletzt immer wieder über eine Schließung der Stiftungshochschule spekuliert wurde. Die Gerüchte verbreiteten sich sogar auf dem Campus.

Mit Losinger verbinden viele große Erwartungen, "Top-Mann", "großes Talent", heißt es. "Die Aufsicht der Kirche bekommt damit sicher eine neue Qualität", sagt Ludwig Unger, der Sprecher des Kultusministeriums. Gien wünscht sich, dass der promovierte Volkswirt und Theologe Losinger sich aktiv einbringt und die Wünsche der Universität klar in der Bischofskonferenz kommuniziert.

Studenten interessieren sich kaum für Personaldebatte

Losinger selbst will sich derzeit nicht äußern. Er gilt als konservativer, kluger Kopf, wurde mehrmals als Kandidat für die Leitung eines Bistums gehandelt - hatte aber stets das Nachsehen. Der 57-Jährige ist Mitglied des Nationalen Ethikrats, gilt als machtbewusst und ist eher Intellektueller als Seelsorger. In der deutschen Bischofskonferenz kümmert er sich um Bildungs- und Erziehungsfragen. Der Weihbischof dürfte die Interessen der Kirche an der KU klar vertreten, ohne Konflikte zu scheuen, sagt einer, der Losinger lange kennt.

Damit sich qualifizierte Professoren für den Präsidenten-Posten bewerben, muss die Hochschule an der Altmühl die Querelen in den Griff kriegen. Eichstätt gilt nicht als erstes Ziel für Forscher, die Studenten allerdings schätzen die kleine Uni wegen guter Lehre. Ihre Zahl steigt wie an vielen Universitäten seit Jahren, derzeit sind 5300 Studenten in Eichstätt und an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Ingolstadt eingeschrieben.

Wer sich an der Uni umhört, trifft junge Menschen, die sich kaum für die Personaldebatten interessieren. "Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen, wir konnten die Situation ohnehin nicht ändern", sagt auch Lisa Hartmann, die Vorsitzende des studentischen Konvents. Sie wünscht sich, dass wieder andere Themen in den Fokus rücken.