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Jüdisches Leben:Benehmen von KZ-Besuchern kritisiert

Besucher von ehemaligen Konzentrationslagern und jüdischen Einrichtungen müssen sich nach Ansicht der Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, besser benehmen. Antisemitische oder gar "nazistische Aussagen" seien nicht zu akzeptieren, sagte sie am Donnerstag bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Seeon. Es sei ein Problem, dass etwa Schüler in Gedenkstätten an sensiblen Orten immer mehr Selfies von sich machten, die sie in sozialen Netzwerken veröffentlichten. Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, beklagte zudem, dass viele Schulklassen ohne die notwendige Vorbereitung Konzentrationslager besuchten. Es sei wichtig, die Lehrer fortzubilden.

Die CSU-Fraktion verabschiedete zum Abschluss ihrer viertägigen Winterklausur eine Resolution, in der sie sich klar zum Schutz des jüdischen Lebens in Bayern und Deutschland bekannte. Für Antisemitismus müsse eine Null-Toleranz-Grenze gelten, Straftaten müssten härter sanktioniert werden, sagte Fraktionschef Thomas Kreuzer. Ministerpräsident Markus Söder betonte, Deutschland habe eine besondere historische Verantwortung für das Judentum. Dies bedeute neben dem Schutz des Lebens auch eine echte Erinnerungskultur. Jüdisches Leben war neben Landwirtschaft sowie Hightech und Forschung eines von drei Schwerpunktthemen der Fraktion. Bayern sei in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik führend, sagte Kreuzer. "Wir müssen alles tun, damit wir diesen Weg weitergehen."

© SZ vom 17.01.2020 / dpa, wiw
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