Günzburg:Zwei Mädchen von Regionalbahn erfasst und getötet

Zwei Mädchen in Günzburg von Zug erfasst und getötet

Warum die drei Jugendlichen in Günzburg auf die Gleise liefen, ist noch unklar.

(Foto: dpa)

Tragisches Unglück an einem Bahnübergang in Schwaben: Zwei Mädchen werden von einer Regionalbahn erfasst und getötet, eine 16-Jährige kann sich retten und erleidet einen Schock. Nun wird gerätselt, warum die Jugendlichen den Zug übersehen haben.

Zwei Mädchen sind am Donnerstagabend auf den Bahngleisen im schwäbischen Günzburg von einem Regionalzug erfasst und getötet worden. Die 15-Jährigen hatten den heranfahrenden Zug nach Angaben der Polizei vermutlich übersehen, als sie zusammen mit einem weiteren Mädchen die Gleise überqueren wollten. Beide starben noch an der Unfallstelle.

Das dritte Mädchen, die 16-Jährige ist die Schwester des einen Opfers, war als erstes über die Gleise gegangen. Die Jugendliche habe genau wie der Lokführer einen schweren Schock erlitten und musste behandelt werden, berichtete ein Sprecher der Polizei in Kempten. Ob man die beiden am Freitag noch befragen könne, müsse sich erst zeigen.

Viele Schaulustige, zum Teil aus einem benachbarten Schnellrestaurant, versammelten sich an der Unglücksstelle. Die Bahnstrecke zwischen Krumbach und Günzburg blieb mehrere Stunden gesperrt. Die Polizei sucht nun Zeugen, die das Unglück beobachtet haben.

Warum die Mädchen den Zug übersahen, ist nämlich noch völlig unklar. Die Polizei geht von einem tragischen Unglück aus. Die Schranken für den Straßenverkehr seien zum Unglückszeitpunkt geschlossen gewesen. An dem Bahnübergang für Fußgänger hätten rote Warnlampen geleuchtet.

"Ob sie das Rotlicht übersehen oder missachtet haben, entzieht sich momentan unserer Kenntnis", erläuterte der Sprecher. Die Warnanlage funktionierte nach ersten Erkenntnissen. "Wir haben momentan auch keine Hinweise, dass die Mädchen abgelenkt waren, etwa durch Telefonieren." Möglicherweise habe der Starkregen die Sicht behindert.

Die Daten des Zuges werden derzeit vom Eisenbahnbundesamt ausgewertet. Sie sollen Aufschluss darüber geben, ob der Lokführer Warnsignale abgab und wie schnell die Bahn war.

© Süddeutsche.de/dapd/dpa/leja/afis/sst
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