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Fremdenfeindlichkeit:In Bayern haben es Muslime besser

Kopftuch neben Trachtenhut - in Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg) kein Problem.

(Foto: Christian Endt)

Konservative Politiker, religiöse Bevölkerung - ein Bamberger Forscher erklärt, wie schmal der Grat zwischen Offenheit und Angst vor Migranten sein kann.

Der Bamberger Politikprofessor Marc Helbling sieht den Grat der Fremdenfeindlichkeit auch davon beeinflusst, in welcher Region Deutschland muslimische Migranten landen. In Bayern etwa sei das Klima für Muslime tendenziell ein besseres als in den neuen Bundesländern - obwohl in Bayern mit der CSU eine stark konservative Partei dominiere.

Das macht Helbling im Gespräch mit der SZ an zwei Punkten fest: Bei der Akzeptanz von Muslimen spiele zum einen die eigene Religion eine entscheidende Rolle. "Wer gläubig ist, bringt auf der individuellen Ebene ein grundsätzliches Verständnis für ein religiöses Leben mit."

Bayern trage zudem zwar eine große Last in der Flüchtlingskrise, der persönliche Kontakt mit Migranten sei aber auch das beste Mittel gegen Fremdenfeindlichkeit. "Die Menschen im Osten haben seit jeher weniger Berührungspunkte mit fremden Kulturen, weil es dort weniger Migranten gibt", sagt Helbling.

Eine zweite Komponente der Fremdheit

Unabhängig vom Wohnort teilen Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie für Helbling indes eine Ursache: die Angst vor dem Fremden. Zwar sind Migranten in Deutschland längst nichts Neues mehr. "Aber früher kamen die meisten Migranten aus katholischen Ländern", sagt Helbling. "Ihre Kultur war uns fremd, aber die Religion hat keine Rolle gespielt."

Heute sind die meisten Migranten Muslime, die noch dazu häufig durch äußere Symbole wie das Kopftuch erkennbar seien. "Das schafft eine zweite Komponente der Fremdheit, die vielen Menschen Sorgen bereitet."

© SZ.de/sim/mmo

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