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CSU vor der Landtagswahl:Es ist Wahlkampf - kaum einer geht hin

Zum Wahlkampf-Endspurt hatte CSU-Chef Huber eine "Mobilisierungsoffensive" angekündigt - die mit einem veritablen Fehlstart beginnt.

Ministerpräsident Günther Beckstein trägt ganz schön dick auf. Der Wahlkampf dürfe ruhig noch andauern, sagte er jetzt, derart Schönes erlebe er gerade Tag für Tag. Seinen Auftritt auf dem Augsburger Rathausplatz vom Montagabend kann er damit nicht gemeint haben. Denn der ging nicht nur im Regen unter, sondern auch in Pfeifkonzerten einiger Studenten und von Grünen-Sympathisanten.

Ministerpräsident Günther Beckstein.

(Foto: Foto: ddp)

Dass die so laut sein konnten, lag nur daran, dass die CSU-Anhänger zu Hause geblieben waren. Selbst die angereisten Kamera-Teams hatten Mühe, Fans der Christsozialen aufzutun. Aus Sicht der Partei brachten sie wenige Tage vor der Wahl verheerende Bilder aus Augsburg mit. Es macht sich Beckstein-Huber-Müdigkeit im CSU-Land breit.

Am Materialeinsatz kann es nicht liegen. Finanziell und personell gibt die Partei noch einmal alles. Parteichef Erwin Huber und Günther Beckstein rollten jeweils in ihren eigenen Wahlkampfbussen auf den Rathausplatz. Selbst Popstars dürften bei solch modernen Bühnen, wie sie Beckstein und Huber hingestellt bekommen, neidisch werden.

Das CSU-Tandem hatte auch den ganzen Hofstaat mitgebracht: Fraktionschef Georg Schmid, Justizministerin Beate Merk und Agrarminister Josef Miller. Auch Generalsekretärin Christine Haderthauer war angereist. Aber gerade einmal 350 Leute - die Kapelle und Sicherheitsleute schon eingerechnet - wollten sie live erleben.

Hubers vollmundig angekündigte "Mobilisierungsoffensive, wie sie die CSU noch nicht erlebt hat", war ein veritabler Fehlstart. Ausgerechnet jetzt, da die Hälfte der Wähler noch nicht weiß, wo sie am Sonntag ihr Kreuz machen soll, bekommt die CSU schmerzlich zu spüren, dass ihr Argumente und Anziehungskraft fehlen.

Genau genommen war das schon im Sommer der Fall, als die Partei "Sommer, Sonne, Bayern" auf ihre Plakate schrieb. Dass die CSU alles, was gut in Bayern ist, allein auf ihre Fahnen schreibt, wissen die Leute längst. Die Augsburger, die daheim geblieben waren, verpassten deshalb nichts, außer einer CSU-Spitze, die ihre Wähler sucht.

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