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Comeback des umstrittenen Ex-Bischofs:Mixa wird Berater des Papstes

Benedikt XVI. hat den umstrittenen Ex-Bischof von Augsburg, Walter Mixa, in den vatikanischen Gesundheitsrat berufen. Damit kehrt Mixa zwei Jahre nach seinem Rücktritt wegen einer Prügel- und Finanzaffäre in den Dunstkreis des Papstes zurück.

Papst Benedikt XVI. hat dem umstrittenen ehemaligen Bischof von Augsburg, Walter Mixa, einen Beraterposten im Vatikan anvertraut. Wie der Heilige Stuhl am Mittwoch mitteilte, wurde der 70-Jährige zum Mitglied des vatikanischen Gesundheitsrates berufen.

Wird Berater des Papstes: der umstrittene Ex-Bischof Walter Mixa.

(Foto: dpa)

Die Kurienbehörde mit dem offiziellen Titel "Päpstlicher Rat für die Pastoral im Krankendienst" wurde von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. geschaffen und gibt Empfehlungen für die Kranken-Seelsorge und die Arbeit der weltweit im Gesundheitswesen tätigen katholischen Einrichtungen ab. Mixa wird nach Angaben des Bistums Eichstätt auch künftig in der Villa Barbara in Gunzenheim (Kreis Donau-Ries) wohnen und nur zu den Versammlungen nach Rom reisen.

Mixa hatte im April 2010 vorzeitig sein Rücktrittsgesuch eingereicht und wenige Tage später vorübergehend widerrufen. Im Mai nahm Papst Benedikt XVI. den Amtsverzicht an und verordnete Mixa eine nicht näher terminierte "Zeit des Schweigens und eine Periode der Heilungen". Diese hatte Mixas Nachfolger Konrad Zdarsa im Herbst 2011 für beendet erklärt. Zugleich schloss Zdarsa größere Auftritte Mixas im Bistum aus.

So sei etwa ein Einsatz als Firmspender "undenkbar". Mixas Demission war 2010 eine Prügel- und Finanzaffäre vorausgegangen. Er soll als Stadtpfarrer in Schrobenhausen Heimkinder geschlagen haben und in der Waisenhausstiftung für finanzielle Unregelmäßigkeiten verantwortlich gewesen sein. Dem vatikanischen Gesundheitsrat gehören etwa zwei Dutzend Mitglieder an, unter ihnen Kardinäle, Bischöfe, Ordensleute und auch Laien.

© SZ vom 22.03.2012/wib

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