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Nissan Sunny:Der Golf von Nissan

Auch bei den Japanern werden die Modellzyklen länger

(SZ vom 09.06.1993) Der Sunny ist sozusagen der Golf von Nissan - nicht nur von der Größe her, sondern auch vom Erfolg. Mit über 40 000 verkauften Exemplaren im Jahr ist der kompakte Japaner in Deutschland das meistverkaufte Nissan-Modell.

Wer vom Sunny spricht, redet zwangsläufig von einer Modellreihe, denn ihn gibt es als Limousine mit Stufenheck, Steilheck, als Sportcoupé, zwei- und viertürig und - seit einigen Monaten - auch als Kleintransporter mit zwei Sitzplätzen und einem fast drei Kubikmeter großen Laderaum. Insgesamt kommen die Nissan-Verkäufer auf 13 Sunny-Varianten, so daß diverse Käuferwünsche abgedeckt werden können.

Der aktuelle Sunny ist Anfang 1991 auf den deutschen Markt gekommen, da wird es bei den fernöstlichen Automobil-Herstellern üblicherweise Zeit, eine Modellauffrischung einzuleiten. Indes, die Zeiten der schnellen Alterung scheinen vorbei zu sein, denn die Japaner streben längere Modellzyklen an. So fiel die jetzige Karosserie-Aktualisierung beim Sunny eher bescheiden aus. Man muß zweimal hinschauen, um zu erkennen, daß sich am Kühlergrill etwas geändert hat.

Zudem gibt es auch einige Modellverbesserungen unter dem Blech. Die jüngsten Sicherheitstests von Fachzeitschriften haben bei der Automobilindustrie für ein Umdenken gesorgt. Da es nämlich bislang für Europa noch keine klar definierten Crash-Sicherheitsvorschriften gibt, nutzen viele Japaner dieses Schlupfloch und machen ihre Autos weniger sicher als zum Beispiel für Amerika. Was sich beispielsweise noch am Sunny optimieren ließ, zeigt das aktuelle Modell deutlich: Es hat einen zusätzlichen Flankenschutz in den Türen, Kopfstützen auf der hinteren Sitzbank und eine Lenksäule, die sich bei einem Frontalaufprall wie eine Teleskop zusammenschiebt. Was noch fehlt, ist ein Airbag-Angebot.

Neu ist eine Modellvariante, die sicher dem Geldbeutel entgegenkommt. Beim Sunny SR zum Preis von 27 595 Mark wird die Karosserie des dreitürigen GTI mit der leistungsschwächeren 1,6-Liter- Maschine mit 66 kW (90 PS) kombiniert. Auffälligstes Merkmal des knapp vier Meter langen Wagens ist ein Heckspoiler an der oberen Dachkante. Der agile Vierventiler bietet mit einer Spitzengeschwindigkeit von 180 Stundenkilometer und einer Beschleunigung auf Tempo 100 in 10,7 Sekunden gute Fahrleistungen, wobei sich der Kraftstoffverbrauch bei rund 8,0 Litern einpendeln dürfte.

Je nach Motorleistung und Ausstattung kostet ein Sunny zwischen gut 20 000 bis knapp 40 000 Mark. Das Sunny-Einsteiger-Modell mit drei Türen und einer Motorleistung von 55 kW (75 PS) schlägt mit20 495 Mark zu Buche, wobei es sich empfiehlt, die Servolenkung für 900 Mark mitzukaufen. Ansonsten ist selbst der preiswerteste Sunny gut ausgestattet.

Von Hans-Rüdiger Etzold

© sde

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