Jubiläum des Motorrollers70 Jahre Vespa - kein Roller, sondern ein Lebensgefühl

Enrico Piaggio wollte nach dem Zweiten Weltkrieg ein billiges Fortbewegungsmittel für die Italiener bauen. Stattdessen schuf er einen Kult.

Es gibt wohl kein Fortbewegungsmittel, das das italienische Lebensgefühl so passgenau einfängt, wie die Vespa. Egal in welcher Stadt, überall knattern die Roller lautstark durch die engsten Gassen.

Doch das war nicht immer so. Enrico Piaggio baute vor 70 Jahren vor allem Flugzeuge. Seine Idee nach dem Zweiten Weltkrieg war so simpel wie genial: Da für die meisten Italiener Autos zu teuer waren, beauftragte er den Luftfahrtingenieur Renzo Spolti, ein leichtes motorisiertes Zweirad zu entwerfen. Spolti hatte zuvor Kriegsflugzeuge entwickelt und ging, in Motorradtechnik wenig bewandert, vollkommen unvoreingenommen an den Auftrag heran. Der erste Prototyp MP5 stieß auf wenig Begeisterung bei Piaggio. Wegen seines ungewöhnlichen Designs bekam er den Spitznamen "Donald Duck" (Paperino).

Bild: dpa 22. April 2016, 07:492016-04-22 07:49:04 © Süddeutsche.de/harl/jobr