Fiat 500 Abarth Der Gift-Zwerg

Wem der Fiat 500 zu harmlos ist, darf jetzt auf einen großen Namen der Renngeschichte hoffen: Abarth kommt.

Von Michael Specht

Frauen lieben den neuen Fiat 500, Männer auch, wenngleich aus unterschiedlichen Gründen. Mag sein, dass der Kleine bei den einen Beschützerinstinkte weckt und die anderen einfach sein Retro-Design mögen. Wenn man überhaupt Kritik hört an der Knutschkugel, dann vielleicht an der Motorleistung. Denn der Cinquecento, vor genau einem Jahr in Turin mit großem Brimborium in Szene gesetzt, hat unter seiner Haube maximal 100 PS. Zu wenig, um auch die junge, männliche Klientel hinters Lenkrad zu locken. Im Kleinwagen-Lifestyle-Segment bevorzugt sie den Mini. Einen Cooper gibt es demnächst sogar mit 211 PS.

Grau-Tier: Der Fiat 500 Abarth will böse sein - ein bisschen wenigstens.

(Foto: Foto: Fiat)

Ein Hauch von Schumi im Innenraum

Abarth soll helfen. Fiat hat die Marke im vergangenen Jahr reanimiert und will sie Schritt für Schritt zu einem wichtigen Imageträger ausbauen. Abarth-Chef Luca De Meo: "Wir haben mit dem 500 einen Joker in der Hand, mit dem Potential, die Marke in Schwung zu bringen." Abarth war vor allem in den sechziger Jahren gleichbedeutend mit Rennsport und röhrenden Motoren. Die aufgestellten Hauben der kleinen Fiat, die meist frech die Strohballen am Pistenrand zerfledderten, sind unvergesslich. Abarth war so eng mit Fiat verbunden wie Oettinger mit VW oder Alpina mit BMW. Für diverse Fiat-Modelle gab es Tuning-Kits, die toll klingenden Auspuffanlagen, aber auch für viele andere Marken.

Nach dem Grande Punto mit dem Skorpion im Wappen gibt es nun also auch den knuffigen 500. Unter der Haube arbeitet ein potenter Turbo-Vierzylinder (135 PS, Benzindirekteinspritzung), der den italienischen Zwerg bei Bedarf auf 205 km/h hochtreibt. Da schaut der Vordermann auf der linken Spur und reibt sich die Augen. Für den Sprint von null auf 100 km/h gibt Fiat 7,9 Sekunden an, was ebenso manchen Sportwagenfahrer an der Ampel verblüffen dürfte.

Wem das noch immer nicht reicht, kann weiter aufrüsten - auf rund 160 PS bringt es das Tuning-Kit mit Namen "Esseesse" (steht für SS = Super Sport) und wird zünftig wie eine Ladung Grappa in einer großen Holzkiste angeliefert. So getunt, rennt der Abarth dann 211 km/h und schafft den Sprint 0-100 km/h in 7,4Sekunden.

Fiat 500 Abarth

Der etwas halbstarke Auftritt