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Fahrbericht: Mini One D:Vernunft vor Sportlichkeit

Tortz einer kleinen Leistungsspritze bleibt der One Diesel der schwächste Mini in der Palette.

Kaum ein Auto hat in den vergangenen Jahren für derart viel Aufsehen gesorgt wie der Mini. Durch seinen großen Erfolg trägt der kleine Flitzer aus Oxford nicht unbeachtlich zum guten Abschneiden der BMW Group bei.

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Mini One D

Der bislang 75 PS schwache Diesel bekam eine kleine Leistungsspritze auf 88 PS.

Trotzdem bleibt der Mini One D das schwächste Modell in der Palette. Die anderen Versionen von Mini One bis Mini Cooper Works leisten zwischen 90 und 210 PS. Das Vierzylinderaggregat mit einem 1,4-Liter-Commonrail-Diesel und ehemals 55 kW / 75 PS stammt nicht aus dem BMW-Regal. Die Bayern kauften das Triebwerk bei Toyota ein. Der drehfreudige, aber zu schwache Diesel treibt unter anderem bereits den Bestseller Toyota Yaris D-4D an - und tut sich bei dem etwas leichter.

Behäbiger Charakter

Angesichts des Leergewichts von immerhin 1175 Kilogramm hat der Vierzylinder-Diesel mit dem bayrischen Briten alle Pötte voll zu tun. Hubraum und PS-Leistung passen nicht so recht zum sportiven Image des Mini One. Der 1,4-Liter-Motor brachte bei 2000 U/min bisher ein maximales Drehmoment von 180 Nm an die Vorderachse. Nach der PS-Spitze sind es 88 PS und 190 Nm ab 1800 U/min.

Der Spurt null bis 100 km/h dauert rund 13 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 170 km/h. Nach wie vor keine überzeugenden Werte.

Wer das grundsätzlich agile Fahrwerk des Mini auskosten möchte, sollte lieber zu den Cooper-Modellen greifen. Der Mini One D hingegen ist eher etwas für "vernünftige" Lifestyle-Fans. Mini verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 4,8 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Realistisch sind es knapp sechs Liter Diesel.

Stoische Ruhe

Eine Klasse für sich sind Fahrwerk und Lenkung des Mini One D. In jedem Geschwindigkeitsbereich überzeugt er mit stoischer Ruhe und exzellentem Fahrgefühl. Die Lenkung arbeitet dabei sehr präzise, könnte jedoch etwas leichtgängiger sein. Das elektronische Stabilitätsprogramm DSC kostet leider Aufpreis.

Gut zum Mini passt die sportliche Fahrwerksabstimmung, die die Passagiere nicht zu stark durchschüttelt. Die serienmäßige Sechsgang-Schaltbox arbeitet ebenfalls vorbildlich; allerdings sind fünfter und sechster Gang sehr lang ausgelegt. Vor einem Überholvorgang sollten daher dritte und vierte Stufe zu Hilfe geholt werden.

Weniger überzeugend zeigt sich das Platzangebot im Innern. Vorne gibt es ausreichend Platz für Fahrer jeder Größe, jedoch bieten die schicken Sitze wenig Seitenhalt. Hinten geht es erwartungsgemäß beengt zu. Aber wer fährt mit einem Mini One D schon mit drei oder vier Personen in den Wochenendurlaub? Schließlich liegt das Kofferraumvolumen gerade einmal bei knappen 150 Litern, bei umgeklappter Rückbank sind es dann 670 Liter.

Tief in die Tasche greifen

Die Serienausstattung des Mini One D zeigt Licht und Schatten. Die Sicherheit kommt nicht zu kurz: Serienmäßig sind Front- und Seitenairbags, ABS, elektronische Bremskraftverteilung sowie Traktionskontrolle und Reifenpannenanzeige.

Für den Komfort sind elektrische Außenspiegel, Fensterheber sowie Wärmeschutzglas und Funkfernbedienung an Bord. Für eine standesgemäße Ausstattung mit Klimaautomatik (1250 Euro), Alufelgen (ab 450 Euro), Regensensor (170 Euro), Sitzheizung (280 Euro) oder elektrischem Sonnendach (850 Euro) muss der Minifan mit Dieselambitionen jedoch tief in die Tasche greifen.

Auf Wunsch gibt es auch Kopfairbags, Xenonlicht, Navigationssystem oder eine beheizbare Frontscheibe. Ärgerlich ist, dass nur der Fahrersitz in der Höhe zu verstellen ist.

Der Basispreis für den Mini One D liegt bei 16.900 Euro.

Wer jedoch auf die Dieseltechnik verzichten kann, sollte sich für den deutlich sportlicheren Mini Cooper entscheiden. Der kostet bei vergleichbarer Serienausstattung in etwa das gleiche.