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Detroit Zombie:50 Jahre danach

Ein halbes Jahrhundert gammelte ein Straßenkreuzer in einer Betonkapsel in Tulsa vor sich hin - 2007 wurde der Plymouth Belvedere wieder ausgegraben.

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Plymouth Belvedere

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Ein halbes Jahrhundert gammelte ein Straßenkreuzer in einer Betonkapsel in Tulsa vor sich hin - 2007 wurde der Plymouth Belvedere wieder ausgegraben.

Vor 50 Jahren wurde in Tulsa, Oklahoma, ein nagelneuer Plymouth Belvedere vergraben - als konserviertes Zeitdokument. Jetzt wurde er aus seinem Gefängnis befreit.

Kurz vor dem Versenken gibt's noch eine letzte Ansprache, ...

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... ein paar Kinder dürfen noch fürs Erinnerungsalbum posieren, dann ...

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packen die Einwohner dem chromblitzenden Straßenkreuzer, der gerade mal sechs Meilen auf der Uhr hat, zahllose Andenken in seine Betongarage: eine Stadtgeschichte zum Beispiel, Gebete der lokalen Kirchen, Flaggen, ein Grußwort des Bürgermeisters und ein Sparkonto mit 100 Dollar.

Um die automobile Zeitkapsel perfekt zu machen, steckt man noch eine Frauenhandtasche ins Handschuhfach, komplett mit Haarklammern, einem Päckchen Zigaretten, einem (unbezahlten) Strafzettel wegen Falschparkens und einer Dose Beruhigungspillen. All das ruht vor dem Gerichtsgebäude der Stadt unter einer riesigen Betonplatte

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Das Grauen kam nach der Ausgrabung: Die Betonkapsel muss irgendwann undicht geworden sein. Der Plymouth ist total verrostet, ...

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... vom hellen Chrom ist nichts mehr übrig und ...

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... das Interieur ist völlig vergammelt. Immerhin: Einige der Andenken, Bilder und Schriftstücke haben in einem wasserdichten Metallcontainer überlebt.

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Dieser Motor wird wohl nie wieder laufen.

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Vielleicht war der rostige Tod des stolzen Straßenkreuzers vom Schicksal so vorgesehen. Der Belvedere wäre nämlich ein trauriges Waisenkind geworden: Der Chrysler-Konzern hat seine ehemalige Brot-und-Butter-Marke Plymouth im Jahr 2001 sang- und klanglos sterben lassen.

Tulsas Bürger haben den Schock über die misslungene Konservierung des berühmten Plymouth übrigens schnell überwunden. "Miss Belvedere" haben sie das Auto mittlerweile getauft.

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Das sind die Sachen, die überlebt haben: Ein Veranstaltungsplakat, ...

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... ein Stadtplan, Bedienungshinweise und anderes.

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So sah er einst aus, in seiner ganzen Pracht: ein wunderschöner, für die damalige Zeit technisch ausgereifter und kraftvoller Luxus-Schlitten. Für ausreichend Vortrieb sorgte im Top-Modell Fury ein 5,2 Liter V8-Motor mit 290 PS.

© sueddeutsche.de/gf
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