Zoologie Du siehst mich nicht

Sonnenbad im Tarnmodus: die Ägäische Mauereidechse

(Foto: mauritius images)

Die Ägäische Mauereidechse hat einen Weg gefunden, sich perfekt gegen Angreifer zu schützen. Nur die Männchen machen nicht so richtig mit.

Von Tina Baier

Zu den Lieblingsbeschäftigungen vieler Eidechsen gehört das Sitzen auf einem Stein, während die Sonne ausgiebig auf den Rücken strahlt. Die Sache hat allerdings einen großen Nachteil. Die kleinen Tiere sind dabei schutzlos ihren zahlreichen Feinden ausgeliefert - zum Beispiel Raubvögeln, die sich von oben auf sie herabstürzen.

Die Ägäische Mauereidechse (Podarcis erhardii) hat offenbar einen Weg gefunden, dieses Risiko deutlich zu verringern, berichten Biologen in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Demnach suchen sich die bis zu 21 Zentimeter großen Tiere bevorzugt Felsen zum Sonnenbaden aus, deren Oberflächenstruktur der Zeichnung ihres Rückens möglichst stark ähnelt. Durch "Somatolyse", also das Verschmelzen ihres Körpers mit der Umgebung werden sie für Feinde so gut wie unsichtbar.

"Somatolyse", das Verschmelzen ihres Körpers mit der Umgebung

Unter Weibchen ist dieses "kluge Verhalten" etwas häufiger ausgeprägt als bei Männchen, haben die Wissenschaftler beobachtet. Die Männchen werden zwar auch nicht gerne gefressen, wollen andererseits aber auch gesehen werden, nämlich von potenziellen Partnerinnen.

Es bleibt die Frage, woher die Eidechsen wissen, wie ihr Rücken aussieht und auf welchen Felsen sie am besten getarnt sind. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Tiere von klein auf lernen, an welchen Orten sie ihre Ruhe haben; entweder vor anderen Eidechsen oder durch eigene Erfahrungen.