UN-Bericht zum Ozonloch Der Schutzschild der Erde regeneriert sich

Das Ozonloch galt in den Achtzigern als drängendstes Umweltproblem. Nun berichten die Vereinten Nationen: Die Schicht, die die Erde vor UV-Strahlen schützt, könnte sich bald völlig erholen. Weil damals gehandelt wurde.

  • Die Ozonschicht erholt sich langsam - bis Mitte des 21. Jahrhunderts könnten in der Arktis die Werte von 1980 wieder erreicht werden.
  • Später könnte sich das Ozonloch auch in der Antarktis wieder schließen, schreiben 300 Wissenschaftler in einem neuen UN-Bericht.
  • Verantwortlich für die Erholung ist der Verzicht auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in Spraydosen und Kühlschränken.

Laut UN-Prognosen erholt sich die Ozonschicht, die die Erde vor den krebserregenden UV-Strahlen der Sonne schützt. In den arktischen und mittleren Breitenregionen könnten vor der Mitte des Jahrhunderts die Ozonwerte von 1980 erreicht werden, heißt es in einem in New York veröffentlichten UN-Bericht. Später werde sich auch die Ozonschicht über der Antarktis regenerieren. An dem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) haben rund 300 Wissenschaftler mitgewirkt.

Positive Effekte fürs Klima

Die Fachleute führen die Entwicklung vor allem auf das Montrealer Protokoll von 1987 zurück. Darin haben sich zahlreiche Staaten dem Schutz der Ozonschicht verschrieben und die Produktion von ozonschädigenden Chemikalien, vor allem von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), gestoppt. Diese steigen sehr langsam in der Atmosphäre auf und zersetzen Ozonmoleküle in Sauerstoffradikale - die Schutzwirkung vor UV-Strahlen geht so verloren.

Die Verminderung ozonschädigender Chemikalien hat auch positive Nebeneffekte für das Klima, weil einige der Stoffe auch Treibhausgase sind. Der Erfolg beim Schutz der Ozonschicht solle die Entscheidungsträger auch darin bestärken, das Klima besser zu schützen, sagte Achim Steiner, der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms.

Die Ozonschicht umhüllt die Erde wie ein Schutzschild. Seit Anfang der Achtzigerjahre beobachteten Wissenschaftler eine Abnahme des Ozons in der Stratosphäre in 15 bis 50 Kilometer Höhe. Über der Antarktis wiesen sie 1985 erstmals ein Ozonloch nach. Durch die dünnere Ozonschicht dringt mehr ungefiltertes UV-Licht auf die Erde, was zu Augen- und Hautschäden bis hin zu Hautkrebs führen kann. Durch den weiteren Abbau der Gase könnten bis 2030 pro Jahr rund zwei Millionen Hautkrebsfälle vermieden werden, hieß es in dem Bericht.