Ein Nachwort zur Serie "Alternative Heilkunde" kann kurz ausfallen: Lassen Sie im Interesse Ihrer Gesundheit die Finger von den in dieser Serie beschriebenen Verfahren!
Für alle Verfahren, die in der hier vorliegenden Serie beschrieben wurden gilt: Das Risiko ist zu groß, dass Sie eine falsche oder irreführende Diagnose erhalten.
(© Foto: iStock)
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Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass durch den Einsatz einer der genannten Praktiken - die über einen (allemal möglichen) unspezifischen Placeboeffekt hinaus im besten Fall überhaupt nichts bewirken - der rechte Zeitpunkt zum Einsatz einer verfügbaren und sinnvollen Therapie verzögert oder verhindert wird.
Im schlimmsten Fall können einzelne dieser Praktiken durchaus auch Schaden anrichten.
Skepsis ist allemal geboten, wenn von "Schwingungen" oder "Lebensenergien" die Rede ist, die da "gemessen", "gesteigert" oder "harmonisiert" werden sollen; desgleichen bei Begriffen wie "sanfter", "unkonventioneller", "komplementärer", "biologischer", "natürlicher", "spiritueller" oder sonstig "alternativer" Heil- oder "Erfahrungs"-Heilkunde.
In der Regel soll durch derlei Begriffe lediglich verschleiert werden, dass das jeweilige Verfahren durch nichts belegt ist.
Insbesondere der in der Szene ständig anzutreffende Begriff der "Ganzheitlichkeit", meist verbunden mit "...von Körper, Geist und Seele", der ein umfassenderes Herangehen suggeriert, als dies die wissenschaftlich abgesicherten Ansätze zu bieten haben, ist nichts als Phrase.
Verdächtig ist es auch, wenn Anbieter stets nur Anekdoten wundersamer Heilungsverläufe vortragen oder Heilsbekundungen begeisterter Anwender zitieren, anstatt seriöse und nachprüfbare Untersuchungen vorzuweisen. Abstand zu halten ist in jedem Falle von Therapieanbietern, die Gesundung beziehungsweise tiefgreifenden Wandel in kürzester Zeit versprechen.
Vorsicht bei fehlenden Wirksamkeitsnachweisen
Grundsätzlich ist von Verfahren abzuraten, die sich bislang einer seriösen Wirksamkeitsüberprüfung entzogen haben, beziehungsweise keinen ausreichenden Wirksamkeitsnachweis vorlegen können.
In der Tat fehlt für sämtliche der in der Serie aufgeführten Verfahren jede stichhaltige Wirksamkeitsuntersuchung, beziehungsweise wurde solche quantitativ und/oder qualitativ nur in völlig unzureichendem Maße vorgenommen. Oder aber sie fiel alles andere als überzeugend aus.
Abzuraten ist ferner von Anbietern, die über kein abgeschlossenes akademisches Fachstudium verfügen.
Ausreichende Qualifikation des Therapeuten und Wirksamkeitsnachweis des eingesetzten Verfahrens geben zwar keine Garantie für Erfolg, aber das Risiko seitens des Rat- und Hilfesuchenden ist minimiert.
Colin Goldner ist klinischer Psychologe. Er setzt sich seit etlichen Jahren kritisch mit alternativen Heilverfahren auseinander.
(sueddeutsche.de)
Machtkampf in der Linken
Es ist interessant, wie diese unseriöse Darstellung von Naturheilverfahren von seitens der SZ in der Rubrik Wissen aufrechterhalten bleibt.
Für einen relativ unabhängigen Berichterstatter stellt diese einseitige Information über den tatsächlichen Wert solcher Verfahren für die betroffenen Menschen, nämlich die Patienten und Patientinnen, die keine wirkliche Hilfe über die Schulmedizin erfahren konnten, einen großen Fehler dar. Es wäre hoch interessant den statitischen Wert von schadenhaft geführten Behandlungen im direkten Vergleich zwischen beiden Lagern - dem der Schulmedizin und dem von sog. Komplementärverfahren - zu überprüfen. Ich bin überzeugt, dass einige Korrekturen - vor allem jener Aussage betreffend, die von der Gefahr von alternativen, naturheilkundlichen Verfahren für den armen, dummen Patienten oder Patientin ausgeht - , vorgenommen werden müssten. So bleibt die Art, wie die SZ über das Thema berichtet, äußerst primitiv, einseitig und wird dadurch keineswegs dem Anspruch einer gut informierenden Zeitung zu sein, gerecht.
manuel lorca
Das Universal-Genie Guntram Colin Goldner ist immer wichtig und überall gefragt, auch wenn keiner fragt. Neben seinen beruflichen Aktivitäten als Erzieher, Sozialpädagoge, Psychologe, Kulturanthropologe, "Wissenschafts"-Journalist, Sachbuchautor, Okkultismus-"Experte", Entwicklungshelfer, Berater, Tierrechtsorganisations-Mitbegründer, Stiftungsmitglied, leidenschaftlicher "Talk-show-Teilnehmer" und Fachmann, der den Dalai Lama endlich durchschaut hat und die Welt vor diesem warnt, hat er unlängst ein neues "Fachgebiet" entdeckt: Ohne jede human- oder veterinärmedizinische Ausbildung oder Tätigkeit kann er nun auch in seinen "Büchern" sowie in Kolumnen ein "Experten"-Urteil zu Fragen der Naturheilkunde in der Human- wie auch in der Veterinärmedizin absondern. Offen lässt er allerdings die Frage, welcher Genius ihn mit derart unglaublichem Sachverstand beseelt und weshalb er an keinem (!) Naturheilverfahren ein gutes Haar lässt - selbst nicht an längst auch schulmedizinisch bewährten, wissenschaftlich gut untermauerten Verfahren und jenen, die von zahlreichen Ärzten und in vielen Kliniken angewendet und von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden (z. B. Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie, Chiropraktik u.a.). Auch bleibt offen, wer den self-made-Experten für die Verbreitung seiner Botschaften bezahlt - obwohl jeder Halbkluge weiß, woher der Wind weht. In meiner Praxis begegnen mir oft genug die Folgen und Auswüchse schul- und komplementärmedizinischer Fehlbehandlungen und ich teile seine Meinung, dass etwa Bioresonanz- oder Edelstein"Therapie", Tai-Chi und Geist-"Heilung" notorischer Unfug sind - genauso wie viele "schulmedizinische" Verfahren veraltet sind und viele pharmakologische, chemische "Therapien" häufig dem gleichen Zweck dienen: der unverschämten Bereicherung zum Nachteil Gutgläubiger. Aber deshalb die gesamte Schulmedizin oder alle Naturheilverfahren in Frage stellen...?
... finde ich die Einstellung, an alles erstmal kritisch heranzugehen. Das hemmt nämlich nachhaltig die Möglichkeit, mit Dingen auch positive Erfahrungen zu machen.
Alternative Heilmethoden kategorisch niederzumachen, weil ihre Wirkung nicht von merkbefreiten Wissenschaftlern nachgewiesen werden kann, paßt zu Leuten, denen das Wort Eigenverantwortlichkeit in Bezug auf Gesundheit ein Gräuel oder gar fremd ist. Aber der selbstbestimmte Patient ist ja eh der Antichrist, vor allem, wenn er davon ausgeht, daß es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir uns träumen lassen.
Es ist natürlich Vorsicht geboten, wenn jemand sich außerhalb seines Fachgebietes mit wissenschaftlichem Anspruch zu Themen äußert. Das gilt auch, wenn sich ein Psychologe fachfremde medizinische Themen kommentiert. Zweifellos ist ein medizinisches Studium in der Lage einiges an Fachkompetenz zu vermitteln. Die große Zahl von ärztlichen Kunstfehlern zeigt jedoch, dass das kein hinreichendes Kriterium ist. Jeder Arzt, der behauptet, dass die Schulmedizin alles erklären und alles heilen kann, ist selbst ein Fall für den Psychiater.
@morgen-morgen: Sie schreiben:
"Nach 32+ Artikeln & Kommentaren ist Herr Goldner keinen Zentimeter von seiner Ausgangsposition gewichen. "
Noch nicht mal einen Millimeter, und das ist auch richtig so.
Oder würden Sie von einem Astronomen erwarten, dass er plötzlich ein astrologisches Horoskop für brauchbar hält?
Was ich mir in der Serie Goldners gewünscht hätte, wäre ein psychologischer Exkurs gewesen in die Frage, wie es kommt, dass so viele Menschen in Hinblick auf ihre eigene Gesundheit den größten Unfug für bare Münze nehmen und an die Heilwirksamkeit völlig wirkungsloser Zuckerkügelchen oder gegurgelten Eigenurins glauben.
Paging