Auch wenn Gewalt nicht grundsätzlich ein Ausländerproblem ist: Programme zur Vorbeugung von Jugendgewalt sollten auf Migrantenfamilien zugeschnitten werden, fordert Lösel.
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Solche Programme gibt es. Und sie wirken. Lösels Team hat in den vergangenen Jahren die Entwicklung von Kindern in mehr als 600 Familien beobachtet, von denen jede zweite von Erziehern, Sozialarbeitern und Psychologen unterstützt wurde.
"Die Eltern wurden trainiert, den Kindern Grenzen zu setzen und ihre Probleme wahrzunehmen", sagt Lösel. Kindergartenkinder wurden darin gefördert, sich in andere einzufühlen, deren Motive zu verstehen und die eigenen Aggressionen zu kontrollieren.
"Das Erziehungsverhalten der Eltern in der Trainingsgruppe hat sich tatsächlich verbessert", fasst der Psychologe die Ergebnisse zusammen. "Den Eltern rutschte zum Beispiel seltener die Hand aus. Und die Kinder waren weniger aggressiv."
Programme vor dem Aus
Trotz der Erfolge stehen die Programme vor dem Aus. Ihnen fehlt das Geld. Statt Konzepte umzusetzen, beschäftigen sich Politiker offenbar lieber mit "vordergründigen Erklärungen und kurzfristigen Interventionen", monieren die Psychiater in ihrem Manifest.
Zudem erlischt das Interesse am Problem Jugendkriminalität meist schnell wieder, sobald eine aufsehenerregende Gewalttat wie die von München ein paar Wochen zurückliegt.
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(SZ vom 24.6.2008)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,562308,00.html
Hallo Donata,
Ihre Schlußfolgerungen sind gelinde gesagt abenteuerlich: Bankräuber oder andere Straftäter haben wohl auch eine tief verwurzelte Antipathie, denn gleich in welcher Kultur ist es ja nicht üblich Banken zu berauben. Schon mal auf die Idee gekommen, daß ein Umfeld, das den Leuten das Gefühl gibt benachteiligt und unerwünscht zu sein die Ursache für solche Taten sein könnte? Bei "Ehrenmorden" wird immer groß herausgestrichen wie sehr die Ehre der Familie eine Rolle spielt. Glauben Sie denn allen Ernstes, daß ein Sohn, der kriminell ist für solche Elternhäuser eine Zier darstellt? Gerade auch muslime Eltern wünschen sich "anständige" Kinder und nicht unangenehm aufzufallen. Zeigen Sie auf wie lange die Strafregister der Eltern in Deutschland sind, dann akzeptiere ich auch, daß aus diesen Elternhäusern Straftaten den Kindern "anerzogen" werden. Falls die Eltern aber "anständig" gelebt haben ist so ein Zusammenhang reine Unterstellung.
Hier in den Kommentaren tummeln sich Leute, die jede Gelegenheit herbeisehnen die 68er und ihre antiautoritäre Erziehung kräftig zu bashen und im gleichen Atemzug eine autoritärere Erziehungsmethode für Gewaltkriminalität verantwortlich machen. Wie's eben thematisch in ein simples Weltbild gut reinpasst.
da bin ich mit Ihnen. .Ihr Text von den abscihtlichen Fallen, heute 13.20 h, war mir aber in der Tat nicht klar. Und ein wenig bekomme ich ihn immer noch nicht in den Kontext.
Sie schreiben "Aber auch kein Grund diese Jugendlichen zu verteufeln, nachdem man sie absichtlich in die Falle hat laufen lassen".
Gefahrlaufend mich zu wiederholen: der politische Fehler, wenn man es so nennen darf, war, sich nicht mit klaren Einwanderungs-Regeln zu befassen. Man ist, wie so oft in der Diskussion steckengeblieben, "sind wir nun Einwanderungsland, oder nicht". Verfehlt wäre dann aber wieder, "Politikern" den Nichtbesitz von Glaskugeln vorzuhalten. Es war wohl auch schlicht nicht vorhersehbar, dass z.B. die Mauer fallen würde, man parallel vor lauter Arbeit verschlafen würde, dass es einen globalen Markt gibt, der Jahr für Jahr das gesamte Planungs-, Denk-, Lebensgerüst verändern würde.
Den Unterschied in der Lebenstüchtigkeit, Erkenntnisfähigkeit macht in der Tat, ob jemand in der Lage ist, sich Fragen etwa : lohnt sich des Hierseins, was habe ich zu bieten? - 2 zu stellen oder nicht. Das gibt der Migrationsfrage zunächst einmal einen diskussionswürdigen Punkt. Wobei sich mir immer wieder die Frage stellt: gleich in welcher Kultur, Ethnie man aufwuchs: ist es dort üblich, Köpfe mit Fussbällen zu verwechseln? Eher nicht. Ergo kann nur eine tief verwurzelte "Antipathie" so etwas ermöglichen?
"Deutschen" können Sie keine Vorgaben machen: will sagen: mit jenen haben Sie zu leben, aber wie kommt es, dass eine grosse Anzahl Bürger sich nur noch als zu Alimentierende versteht?
Interessanter Punkt: warum sollte eine Helferindustrie (ohne Hintergrund vgl. meinen Kommentar von vorhin 13.59) irgendeinen Grund haben, vom "goldenen Weg" abzuweichen? Das entzöge ja das Arbeitsgebiet.
Und all das nur, weil man nicht wagt, einmal festzulegen: Wie, Wo, Wer, unter welchen Bedingungen, was toleriert eine Gesellschaft, wie sind die Do's and Dont's.
Paging