Menschenopfer Inka bereiteten Kinder auf Opferung vor

Neue Details über Menschenopfer der Inka: Im Mund der Mumien der Mädchen fanden sich noch Koka-Blätter

(Foto: dpa)

Forschungen an 500 Jahre alten Mädchenmumien zeigen interessante Details über die Menschenopfer der Inka: Die Hochkultur in den Anden bereitete Kinder ein Jahr lang auf ihre Tötung zu rituellen Zwecken vor.

Von Christina Berndt

Die Kinder sollten geopfert werden. Und sie haben das wohl schon lange vor dem Tag gewusst, an dem sie ihr Leben ließen. Auf dem Gipfel des Andenvulkans Llullaillaco, in mehr als 6739 Meter Höhe, haben Archäologen im Jahr 1999 drei Kindermumien aus der Inka-Zeit ausgegraben.

Eingefroren im ewigen Eis, galten die drei sitzenden Leichname rund 500 Jahre nach ihrem Tod als die am besten erhaltenen Mumien der Welt. Wertvolle Grabbeigaben legten schon bei der Entdeckung nahe, dass es sich um Opfer des religiösen Ritus "Capacocha" handelt, der die Verfehlungen des Herrschers wettmachen und seinen Staat stabilisieren sollte. Besonders geschmückt war das älteste Opfer, ein etwa 13 Jahre altes Mädchen. Jetzt erhellen modernste Techniken die letzten Momente der Kinder und zeigen, dass sie mit Alkohol und Koka-Blättern lange auf ihren Tod vorbereitet wurden.

"Mit dem Haar des Mädchens konnten wir die letzten beiden Jahre seines Lebens rekonstruieren", berichten Archäologen um Andrew Wilson von der Universität im britischen Bradford in der Fachzeitschrift PNAS. Dabei fiel auf: Ziemlich genau ein Jahr vor ihrem Tod begann die junge Frau plötzlich, erhebliche Mengen an Koka zu konsumieren.