Medizin Zika gegen Krebs

Zika Virus.

(Foto: Purdue University/dpa)

Das Virus, das bekannt wurde, weil es das Gehirn ungeborener Kinder schädigt, könnte künftig vielleicht Menschen mit Hirntumor helfen. In Experimenten mit Mäusen verlangsamte die Virustherapie das Tumorwachstum.

Zika-Viren könnten künftig möglicherweise in der Therapie von Hirntumoren zum Einsatz kommen. Amerikanische Mediziner haben entdeckt, dass die Viren Zellen im Gehirn infizieren, aus denen Glioblastome hervorgehen. Da gesunde Hirnzellen erwachsener Menschen nicht geschädigt werden, könnten sich abgeschwächte Zika-Viren für einen therapeutischen Einsatz eignen, berichten die Forscher im Journal of Experimental Medicine.

In Experimenten mit Mäusen verlangsamte die Virustherapie das Tumorwachstum und verlängerte die Überlebenszeit. Klinische Studien mit Menschen gibt es aber noch nicht. Die Standardtherapie für Patienten mit einem Glioblastom - dem häufigsten Hirntumor bei Erwachsenen - besteht in einer chirurgischen Entfernung des Tumors, worauf Chemotherapie und Bestrahlung folgen. Doch aus besonders resistenten sogenannten Krebsstammzellen entwickelt sich meist nach einigen Monaten ein neuer Tumor. Daher liegt die mittlere Überlebenszeit nach der Erstdiagnose bei weniger als zwei Jahren. Eine gezielte Zerstörung der Glioblastom-Stammzellen wäre die ideale Ergänzung zur bisherigen Behandlung. Um gefährliche Nebenwirkungen einer Virustherapie beim Menschen auszuschließen, muss nun zunächst in weiteren Tierversuchen sichergestellt werden, dass die Viren sich nicht im Körper ausbreiten.